Endlich war es soweit: Ich sass im Zug nach Frankfurt. Ich hatte Bauchschmerzen und wusste nicht ob es vor Angst, Nervosität oder absoluter Vorfreude war. Auf der rund 4.5 Stunden Fahrt legten sich die Schmerzen aber schnell wieder und wichen den Schmetterlingen in meinem Bauch. Pure Vorfreude machte sich breit und der Zug konnte gar nicht schnell genug fahren.

Sidenote: Bevor ihr mit den Mistgabeln auf mich losgeht, wie ich es nach all den Vorfällen mich so positiv und mit einer rosaroten Brille über die Buchmesse zu äussern; Einmal bitte nach unten scrollen. Dort wird es politisch.


Tag 1: ICH BIN AUF DER MESSE!

Nachdem ich mich mit Mareike und Charline schnell angefreundet hatte, die beiden holten mich am Mittwochabend am Bahnhof ab und es war sowas wie Liebe auf den ersten Blick, ging es am Donnerstag auf zur Frankfurter Buchmesse. Natürlich mit dem obligatorischen Rumgehetze und Nervositätsgefühl kamen wir endlich an.

Um 10.30 Uhr begann dann gleich mein erster Termin: Ein Industry Talk von A Book is a film is a game. Tabi und Aurelia waren auch dort und wir besuchten gemeinsam das Panel mit fünf Leuten, die als Autoren, Drehbuchautoren oder Produzenten arbeiten oder gearbeitet haben. Diese Veranstaltung konnte mich nur wenig begeistern, als Laie und Blogger fühlte ich mich Fehl am Platz. Ich schnappte zwar hi und da ein paar gute Zitate auf, aber es war nichts neues dabei, die Gespräche drehten sich im Kreis und die Fragen wurden nicht richtig beantwortet. Schade, aber ich habe mich trotzdem riesig gefreut Tabi wieder zu sehen und auch Aurelia mal live und in Farbe zu sehen!

Die Veranstaltung Pitch and Lunch, ebenfalls von A Book is a film is a game am Nachmittag liess ich sausen und besuchte stattdessen die Lesung von Jürgen Albers gemeinsam mit Mareike, Charline und Kaddy. Dort trafen wir haufenweise andere Blogger und ich war bereits dem Zauber der Messe verfallen. Leider gab es bei der Lesung technische Schwierigkeiten und man verstand in den hinteren Reihen kaum ein Wort.

“Zweiter Tag Messe und der Messewahnsinn greift bei den Bloggern schon um sich…” getwittert von Mareike (Bücherkrähe)

Beim Blogger Relations, bei dem Anabelle mit von Partie war, gab es spannende Diskussionen mit Selfpublishern und Bloggern. Das Gespräch artete zwischenzeitlich etwas aus, aber es war wirklich interessant wie das Publikum miteinbezogen wurde.

Danach hatte ich genügend Zeit um über die Messe zu schlendern mit Hanna, Kaddy, Charline und Mareike. Am Abend holten wir Anna vom Bahnhof ab und fuhren in unsere Messe-WG nach Offenbach. Der erste Messetag war überstanden und ich war restlos begeistert!

Tag 2: Ich bekomme meine persönliche Buchbox

Am Donnerstagmorgen hatten meine Messe-WG Freundinnen diverse Termin (Anna hetzte sowieso von einem Termin zum nächsten), also schlenderte ich selber ein wenig durch die Hallen. Es dauerte keine zehn Minuten und ich hatte mich verirrt. Ich fand mich zwischen koreanischen Ständen wieder und wusste nicht wo ich gelandet war. Schliesslich fand ich meinen Weg zu Halle 3.0, pflanzte mich neben einen WiFi-Hotspot und machte es mir gemütlich.

Irgendwann gesellte sich auch Hanna zu mir und wir machten gemeinsam eine Pause des Messewahnsinns. Später stiess auch Tabi dazu und wir beide tauschten Buchboxen aus. Meine August Fairyloot war für mich ein Griff ins Klo, weswegen ich sie Tabi schenkte. Im Gegenzug überreichte sie mir auch eine grün gepunktete Box. Ich muss hier einfach betonen was für ein Goldschatz Tabi ist! Meine Reaktion seht ihr hier:

In der Box war übrigens Tabis Lieblingsbuch: The Lies of Locke Lamora. Tabi kaufte es in einer wunderschönen Bücherhandlung in Amsterdam und ich bin jetzt schon verliebt in das Buch!

Den grossen Hype um die Blogger Future Place Veranstaltung konnte ich hingegen nicht wirklich nachvollziehen, die Themen waren nicht neu, ausser die Vorstellung von mein-buchprojekt.de, die auch noch später auf Twitter für hitzige Diskussionen sorgte. Zwar traf man beim Blogger Future Place viele Blogger, aber mein Rücken begann zu streiken und es wurde ungemütlich. Deshalb war Sandras erster Eindruck von mir: “Julia, du siehst so traurig aus!”

Nach einer kurzen Pause schlenderte ich gemeinsam mit Mareike, der zuckersüssen Felia, Hanna und Kaddy durch Halle 3.1 und gingen anschliessend nach Hause. Am Freitag stiessen auch Vera und Franzi zu uns und die Messe-WG war nun komplett. Mareike kochte am Abend für uns (ja, ihr dürft zuercht neidisch sein!) und es gab wundervolle Gespräche über Politk, Superhelden und Bücher. Ich habe so viel gelacht wie seit Monaten nicht mehr <3

Tag 3: Der Tag der wundervollen Menschen

Am Samstagmorgen wollten wir eigentlich zum Books on Demand Bloggerfrühstück gehen, allerdings waren am Samstag wirklich viele Menschen auf der Messe und wir entschieden uns spontan um. Ich traf mich mit Chiara und wir schlenderten durch die Messe. Ich freute mich riesig sie endlich persönlich zu sehen und schloss sie gleich in mein Herz!

Etwas später traf ich mich mit Katharina und ihren Freundinnen. Kurz gesagt: Wir vergassen vor lauter Reden total die Zeit und ich hätte ewig so weiterreden können. Mein Lieblingsthema war allerdings unerwartete Sexszenen in Büchern, die nichts mit der Geschichte zu tun haben und nie mehr erwähnt werden. Ich war den Tränen nahe vor lauter Lachen!

Plötzlich stand dann Isabella vor mir und mein Herz machte einen kleinen Hüpfer. Ich musste ständig grinsen und habe die Arme wohl fast ins Koma gequaselt, so aufgeregt war ich! Felia, Chiara und Babsi stiessen auch noch dazu und es wurde ein Mini-Bloggertreffen. Als dann Mara noch vor mir stand konnte ich meine Freude nicht in Worte fassen, was mich nicht daran hinderte einfach weiter zu quaseln.

Nach dem Mini-Bloggertreffen lief ich im Schneckentempo zu einem Verlagstermin. Bei Piper wurde mir und ein paar anderen Menschen (Blogger? Autoren? Who knows?) das neue Verlagsprogramm vorgestellt, allerdings trafen die weniger meinen Geschmack. Eine andere anwesende Frau war auch etwas zu hysterisch und ich fühlte mich fehl am Platz.

Beim dtv Bloggertreffen gab es dann schon nettere Menschen (Eine Bloggerin hatte genau denselben TARDIS Rucksack wie ich!) und es wurden viele interessante Bücher und Veranstaltungen angekündigt.

Gleich im Anschluss fand das Bloggertreffen, organisiert von Emily statt. Was für tolle Menschen! Ich sah mittlerweile bekannte Gesichter, aber sah auch andere Blogger zum ersten Mal. Natürlich verteilte ich super cool meine Visitenkarten, führte Gespräche über Doctor Who und das Bloggen und machte viele Bilder. Mein Introvertiertes-Ich schlief wohl den ganzen Tag, ich ging offen auf andere Menschen zu, sprach über weiss Gott was und habe mich selten so wohl gefühlt unter so vielen Menschen. Ich stand da, von Bloggern umzingelt und war so stolz und zufrieden wie nie zuvor. Mein persönliches Highlight: Ich traf zwei Bloggerinnen aus der Schweiz! Ihr müsst euch Bücher in meiner Hand und Mein Leseblog unbedingt anschauen!

Tag 4: Abschiednehmen

Die Messe kam, die Messe ging. Sonntags hiess es Abschied nehmen von der wohl tollsten Messe-WG aller Zeiten. Nach stundenlangen Diskussionen über die Bloggerszene, politischen Ereignissen, Haustiere und Tierliebe, wundervolle Abendessen oder stillschweigendes nebeneinander Lesen, musste ich gehen. Ich hasse dieses “Ach du meine Güte ich seh euch vielleicht erst in 365 Tagen wieder”-Gefühl.
Gemeinsam mit Mareike und Anna ging es dann zum Hauptbahnhof und meine Lust nach Hause zu gehen wurde mit jeder Sekunde kleiner. Beim Tschüss sagen wollte mich Mareike kaum mehr los lassen und mir gefiel die Idee, einfach dort zu bleiben, immer besser.

Nichts desto trotz musste ich nach Hause gehen, besuchte nach dem grossen Tschüss sagen die Buchhandlung und kaufte mir ein Buch. Typisches Frustshoppen. Kaum war ich im Zug und hatte WiFi, googelte ich nach Zug- und Flugverbindungen nach Leipzig und träumte von einem baldigen Wiedersehen mit meinen Bloggerfreunden.


Muss auch gesagt werden: Nazis auf der Buchmesse

Ohne Twitter und meine Messe-WG wären die Ausschreitungen am Samstag wohl komplett an mir vorbei gegangen. Die Hallen auf der Buchmesse sind viel zu gross, um alles überblicken zu können, weshalb ich von den Pöbeleien, Provokationen und Handgreiflichkeiten vor Ort nichts mitbekommen habe.

Zwar hörte man beim Blogger Future Place am Freitag laute Musik als Gegenprotest gegen rechte Verlage und es wurden Lesezeichen mit Sprüchen wie #VerlageGegenRechts verteilt, aber der Ernst der Lage war mir nicht bewusst. Ich dachte mir nur “Hm, echt coole Aktion!”

Ich habe mich auf Twitter nicht weiter zu den Ereignissen geäussert, was ich aber hier nachholen will. Ja, ich hatte Spass auf der Buchmesse. Ja, ich verbrachte meine Zeit in einer kuscheligen Blase. Das heisst aber nicht, dass ich die Augen vor den Ereignissen verschliesse und alles immer noch eine heile Welt ist.

Die rechten Verlage und die Ereignisse waren ein grosses Thema bei unserer Messe-WG und wenn wir schon die Gelegenheit hatten, persönlich miteinander zu diskutieren, haben wir das auch nur zu gerne genutzt. Statt darüber zu twittern, haben wir in der WG diskutiert.

Ich war und bin schockiert darüber, das so etwas auf einer Buchmesse passieren konnte. Ich wusste nicht einmal, dass rechte Verlage anwesend waren, das diese überhaupt zugelassen werden. Zurecht stellte ich und meine Messe-WG Partnerinnen die Frage: Wieso hat die Frankfurter Buchmesse das zugelassen?

Meinungsfreiheit ist ein Menschenrecht und wir haben das Glück in einem Land zu leben, in dem es wirklich eine Bedeutung hat. Man könnte den Entscheid der Frankfurter Buchmesse, rechte Verlage zuzulassen, mit Meinungsfreiheit begründen und mit dem Argument, dass jeder seine Meinung kundtun darf und soll, damit die Messe nicht zu einseitig ist. Rechtsextremen Menschen aber eine Bühne zu bieten, auf der sie “Wir hassen Antifa” und den Hitlergruss demonstrieren dürfen, ist nicht Meinungsfreiheit, sondern grenzt (oder ist) Gewalt uns pure Boshaftigkeit und Hass. Anwesende Menschen äusserten sich auf Twitter wie unwohl und bedrängt sie sich fühlen. Wie sie vor Angst zittern und wirklich Angst haben. Auf einer drecksverdammten Buchmesse mussten Menschen Angst vor Gewalt haben. Ich war beinahe froh, dass ich am Sonntag nicht mehr auf die Messe, sondern direkt nach Hause ging.

Ich hoffe stark, dass Leipzig diesen Fehler nicht machen wird und auch Frankfurt daraus lernen wird. Denn ich will weiterhin diesen Luxus, dass die Buchmesse eine kitschige Blubberblase ist. Rechten Menschen darf keine Bühne geboten werden. Besucher sollen keinen Angst verspüren, wenn sie auf eine Buchmesse gehen. Auf Buchmessen sollte man Spass haben, Autogramme sammeln, Visitenkarten austauschen, über Bücher sprechen, Fotos machen und die Zeit geniessen. Aber mit Nazis auf dem Gelände ist das ganze etwas bedrückend und für manche Besucher auch gefährlich.

Einen sehr empfehlenswerten Beitrag, der meine Meinung zu 100% widerspiegelt findet ihr >hier< bei Mareike. Auch bei KamamiSven Hensel und Anna findet ihr gute Beiträge zum Thema.


Zum Schluss lasse ich noch ein paar Bilder hier, damit ihr sehen könnt wie glücklich ich auf der Messe war, obwohl die Schlägereien einen sehr dunklen Schatten über die sonst so schönen Erinnerungen werfen.
Nichts desto trotz war es wundervoll mit euch und ich habe mich riesig gefreut so viele von euch alle mal kennen zu lernen! Ich hoffe sehr, dass ich es nach Leipzig schaffe und ein paar bekannte Gesichte wieder sehen werde. Sonst sehen wir uns eben in 365 Tagen wieder. Versprochen.

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Written by Julia

    14 Kommentare

  1. Janine Oktober 26, 2017 at 4:38 pm Antworten

    Liebe Julia, ich war noch nie an einer Buchmesse, aber es klingt ganz nach Paradies für Leseratten! 😀
    Danke für die vielen Verlinkungen, ich bin neu in der Buchblogger-welt und werde mich mal fleissig umsehen 😀
    Liebe Grüsse
    Janine von https://www.vivarubia.ch/

    • Julia Oktober 28, 2017 at 2:28 pm Antworten

      Hey Janine!
      Für Bücherwürmer wie mich ist die Buchmesse wirklich ein kleines Paradies, ich hoffe nur dass es auch weiterhin so bleibt.
      Dann begrüss ich dich doch einfach mal herzlich im Bloggeruniversum! Mögest du viele tolle Leute kennen lernen und dein Schreibwahnsinn mit anderen Menschen teilen 😀
      Liebe Grüsse
      Julia

  2. nana Oktober 25, 2017 at 9:18 pm Antworten

    Ooooh so ein toller Beitrag 🙂 Es war so schön, dich endlich mal persönlich zu treffen! <3 Ich freue mich schon aufs nächste Mal!

    • Julia Oktober 28, 2017 at 2:22 pm Antworten

      Hey Sandra!
      Ich habe mich auch riesig gefreut dich mal zu treffen und freue mich auch schon dich beim nächsten Mal wieder zu sehen <3
      Liebste Grüsse und ein sonniges Wochenende
      Julia

  3. Katharina Oktober 25, 2017 at 5:03 pm Antworten

    Ein <3 für dich, liebe Julia!
    Das klingt nach einer wundervollen Messe für dich 🙂 Mir ging es ähnlich: Auch wenn ich nur einen Tag da war, bin ich danach so STOLZ und GLÜCKLICH gefahren, auch wenn ich vom Bloggertreffen leider viel zu früh weg musste!! Ich hab mich super wohl gefühlt, obwohl ich oft ziemlichen Schiss vor (vielen) fremden Leuten habe – aber das scheint auszusetzen, wenn es so liebe fremde Menschen sind 🙂
    Ich fand unser Treffen auch so wunderbar und werde es sehr gut in Erinnerung behalten! Das mit den unerwarteten Sexszenen war super lustig – aber keine Ahnung mehr, wie wir drauf gekommen sind 😀 😀
    Liebste Grüße
    Katharina

    • Julia Oktober 28, 2017 at 2:25 pm Antworten

      Liebe Katharina,
      ich hab es bestimmt schon tausenmal gesagt, aber es hat mich wirklich wahnsinnig gefreut dich zu treffen und mit dir zu quatschen! Ich habe auch keine Ahnung mehr wie wir auf das Thema gekommen sind. Aber ich bin froh drüber 😀
      Eigentlich mag ich es auch nicht fremde Menschen zu treffen und auf sie zuzugehen “Hi ich bin Julia!”, aber auf der Messe war man unter Gleichgesinnten, was einem das Ganze sehr erleichtert. Man fand immer ein Gesprächsthema und so viel es mir auch viel leichter Leute anzusprechen.
      Liebe Grüsse
      Julia

  4. Schnute Oktober 25, 2017 at 12:56 pm Antworten

    Toller Bericht und ich freue mich, dass Du eine tolle Zeit hattest. Um ehrlich zu sein, ich denke, man darf sich auch in politischen Zeiten unpolitische Auszeiten gönnen.
    Ich bin sowas von neugierig, was war in Deiner Buchbox drin, die Du bekommen hast?
    LG aus München
    Grit

    • Julia Oktober 25, 2017 at 9:32 pm Antworten

      Hey Grit!
      Eine Auszeit muss auch mal sein, umso schader finde ich es, dass es vor allem auf Twitter viel Kritik hagelte für jene, die die Zeit auf der Messe geniessen wollten.
      In der Buchbox war das Buch “The Lies of Locke Lamora”, div. Lesezeichen, ein Leuchtballon, ein Notizbuch, Klebezettel, Postkarten, grüne Kerzen und Postkarten drin 🙂
      Liebe Grüsse
      Julia

  5. Lagoonadelmar Oktober 25, 2017 at 10:50 am Antworten

    Liebe Julia,

    lieben Dank für den kleinen Einblick Deines Messebesuchs 🙂

    Viele Grüße
    Lagoona

    • Julia Oktober 25, 2017 at 9:26 pm Antworten

      Hey Lagoona
      Das habe ich wahnsinnig gerne gemacht! Ich liebe solche Rückblicke und erzähle gerne was bei mir so los was 🙂
      Liebe Grüsse
      Julia

  6. fraggle Oktober 25, 2017 at 10:49 am Antworten

    Hinsichtlich des letzten Themas finde ich, dass man da differenzieren müsste zwischen den rechten Verlagen und ihren Ständen einerseits und dem geistigen Bodensatz der Gesellschaft mit ihrem Hitlergruß andererseits.

    Wenn die Buchmesse diese Verlage mit ihren Machwerken vor dem Hintergrund der Meinungsfreiheit zulässt, dann ist dagegen erst mal wenig einzuwenden. Nicht im Sinne der Buchmesse war es sicherlich, dass die von Dir erwähnten Schwachmaten peinlichst über die Strenge schlagen. Dass die Verantwortlichen der Buchmesse sich dazu eher unglücklich geäußert haben, ist dann wieder eine andere Geschichte. 😉

    Wenn man aber fordert, diese Verlage auszuschließen, dann untergräbt das einerseits die so wichtige Meinungsfreiheit, die eben auch für unliebsame Meinungen gelten muss, und befördert andererseits genau diese Opferrolle, die die Rechten gerne einnehmen. “Seht her, die wollen uns nicht mitspielen lassen, mimimi!” Auch diese – ich will sie mal wohlwollend “Menschen” nennen – auch diese Menschen haben leider ein Recht, ihre Meinung zu sagen. Ich selbst dagegen habe aber auch das Recht, diese zu ignorieren! 🙂 Es wäre meines Erachtens also besser, diese Herrschaften bei der nächsten Buchmesse in einer ganz, ganz kleinen Halle unterzubringen, damit sie im eigenen braunen Saft schmoren können, während die geistig gesunden Messebesucher ohne Schwierigkeiten daran vorbei gehen können.

    • Julia Oktober 25, 2017 at 9:24 pm Antworten

      Ich kann zwar einige deiner angesprochenen Argumente verstehen und auch nachvollziehen, trotzdem sehe ich da gewisse Schwierigkeiten. Klar dürfen auch diese Menschen ihre Meinung äussern, aber wenn ihre Meinung aus Hass gegen anderen Menschen besteht, sollten sie ihre Meinung besser für sich behalten. Ich finde es sehr problematisch wenn man solchen Hetzern eine Bühne bietet. Natürlich könnte man diese in eine kleinere Halle “Verbannen”, aber was hält sie davon ab in andere Hallen zu stürmen? Dass sie ihre “Leser” nicht zu irgendwelchen Dingen aufrufen? Vielleicht ist das zu übertrieben und überspitzt. Aber die Menschen werden sich unwohl fühlen, wenn weiterhin rechte Verlage anwesend sein dürfen und genau das sollte verhindert werden. Eine Buchmesse ist der Ort des konstruktiven und gebildeten Austauschs, nicht eine nicht ganz so nette “Mein Land/Glaube ist besser als deine also geh weg”.
      Viele Grüsse
      Julia

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