Endlich: Ich habe alle Harry Potter Bände gelesen! Jetzt kann mich niemand mehr spoilern und ich kann mitreden, ohne immer wieder „Pst! Nicht spoilern!“ in die Runde werfen zu müssen.

Im Januar habe ich euch bereits Band 1-4 auch in Form von Mini-Rezensionen vorgestellt, weshalb ich euch meine Meinung zu Band 5-7 wieder so vorstellen will. Im Gegensatz zu den letzten Mini-Rezensionen gehe ich hier auf diverse Charaktere und Handlungensstränge ein, weshalb ich euch davon abrate die folgenden Mini Rezensionen zu lesen, wenn ihr die Bücher noch nicht gelesen habt. Es wird keine zusätzliche Spoilerwarnung geben!


Band 5: Harry Potter und der Orden des Phönix

Mein Gott zog sich das in die Länge! Das dickste Buch der Reihe bereitete mir wirklich Mühe, aber nicht nur wegen den mehr als 1000 Seiten. Ich finde er gehört zu den schwächeren Bänden der Reihe, obwohl man durch die vielen Ereignisse die Politik in der Zaubererwelt besser kennenlernt. So spürt man auch die Auswirkungen und Konsequenzen von Harrys Taten. Das ist wichtig für die folgenden Bücher, aber muss es deshalb SO lange sein?

Ausserdem ging mir Harry tierisch auf die Nerven. Wie kann der gefeierte Protagonist so selbstsüchtig sein? Er gönnt weder Hermine noch Ron das Vertrauensschülerabzeichen und schmollt stattdessen lieber in der Ecke. Der gute alte Harry meint doch tatsächlich, dass er die Abzeichen mehr verdient hat, weil er schon mehr erlebt und mehr für die Schule getan hat. Fahr mal ein Gang runter Harry!

Neben Harry nervten mich zwei Charaktere ganz besonders: Draco und, ihr könnt es bestimmt schon erahnen, Umbridge. Selten habe ich einen fiktiven Charakter so sehr gehasst wie Umbridge. Da ist mir Voldemort sogar lieber als dieses selbstgerechte, sadistische Huhn! Und Draco ist einfach ein schrecklicher Doofkopf und ich kann überhaupt nicht verstehen, wieso ihn alle so mögen.

Ein wahrer Lichtblick in dem Ganzen ist aber Molly Weasley. Meine Liebe zu ihr wächst mit jedem Band. Sie kümmert sich um Harry als wäre er ihr eigener Sohn (und sagt das sogar einmal!), ist so weltoffen und kümmert sich liebenswert um ihre Kinder. Molly Weasley ist auf jeder Ebene einfach wundervoll und muss um jeden Preis beschützt werden! Genauso wie Dumbledore!

 

Band 6: Harry Potter und der Halbblutprinz

Dieser Teil hat mich nach Orden des Phönix positiv überrascht. Man erfährt hier einiges mehr über die Vergangenheit von Voldemort, was ich sehr willkommen hiess. Denn so bleibt er nicht länger einfach nur der böse dunkle Lord, sondern man erkennt seine Motive zu seinen jetzigen Taten und kann ihn irgendwie verstehen.

Die Familie Weasley und Dumbledore sind mir wirklich unglaublich sympathisch und gehören immer noch zu meinen Lieblingscharakteren. Deswegen war das Ende auch mehr als emotional und ich bin immer noch nicht darüber hinweg. Aber ich glaube das ist keiner von uns. Ich habe geheult wie ein Schlosshund und weigerte mich weiterzulesen. Ich wusste, dass es passieren wird. Es ist eben schwierig sich bei Harry Potter nicht spoilern zu lassen, aber als ich es dann schwarz auf weiss lesen musste, brach eine kleine Welt für mich zusammen. *bricht erneut in Tränen aus*

Aber auch hier ging mit Harry mit jeder Seite auf die Nerven. Er ist sturr, kindisch und hat en riesiges Ego. Und jetzt mache ich mich noch unbeliebter: Wieso mögen alle Ginny? Da sie alle so gern haben und feiern erwartete ich eine riesige Charakterentwicklung, das sie viel häufiger vorkommt und alle aus den Socken haut. Aber tatsächlich agiert sie mehr ihm Hintergrund und ich mochte sie nicht wirklich.

Was mich auch sehr irritierte: Der Halbblutprinz. Das grosse Rätselraten wer er nun ist kam ein paar Mal zur Rede, aber tatsächlich weiss ich inzwischen nicht mehr welche Funktion er genau hatte. Am Schluss hiess es schlichtweg „ICH bin der Halbblutprinz“ und gut wars. Nicht weiter relevant für die Story.

 

Band 7: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Und Vorhang auf für den letzten Band! Der Beginn ist wie das Ende von Band 6 sehr emotional. Schon nach 20 Seiten hatte ich Tränen in den Augen und war wieder am Boden zerstört.

Der finale Band zog sich ebenfalls sehr in die Länge. Die Suche nach Horkruxen und Heiligtümern, die Flucht von Harry, Ron und Hermine und das ständige Wechseln des Ortes beanspruchten weit mehr als die Hälfte des Buches. Für den Kampf am Schluss blieben dann nur sehr wenige Seiten übrig. Mit der kommenden Action ist es aber auch wahnsinnig spannend.

Was mich auch hier wieder stört: Harry. Selbst nach Beenden des Buches muss ich zugeben, dass ich Harry nicht mag. Es ist mir etwas schleierhaft, wie ich eine Reihe so gut finden kann, während mir der Protagonist so auf die Nerven geht.

Den Hype und um Draco und Snape kann ich auch nicht verstehen. Draco erlebt KEINE Charakterentwicklung, auf die ich so sehr gehofft und gewartet hatte (irgendeinen Grund muss es ja geben dass ihn alle mögen) und Snape ist eben Snape. Manche lieben ihn, manche hassen ihn. Ich gehöre wohl eher zu letzterem, wobei „hassen“ ein zu starkes Wort ist. Umbridge hasse ich, kein Thema. Aber bei Snape kenne ich zumindest die Motive zu den Handlungen, auch wenn ich sie als falsch empfinde.

Aber alles ist es ein gelungener Abschluss der Reihe. Auch wenn am Ende etwas dick aufgetragen wurde, ist es dennoch zufriedenstellend. Die Reihe hat ihren Abschluss gefunden.


Da war jetzt ganz viel Gemotze und Gemecker mit drin. Hier hätte es mir wohl wirklich gut getan, wenn ich viele Spoiler nicht gewusst hätte. So wusste ich beispielsweise wer sterben und wer schlussendlich zusammen kommen würde und das dämpfte diese Plottwist Momente natürlich sehr.

Versteht mich nicht falsch, ich mag die Harry Potter Bücher sehr gerne, aber dennoch sehe ich auch die Fehler darin. Wie Isabella von nochmehrbücher schon in ihrem Beitrag festgehalten hat, käme es ihr nie in den Sinn einem Harry Potter Buch weniger als 5 Sterne zu geben.
Und ich bin hier und motze rum. Man muss aber klar sehen, dass für mich die Bücher nie einen so hohen emotionalen Stellenwert haben wie für Isabella oder andere Menschen, die mit Harry aufgewachsen sind. Für mich ist es „nur“ eine andere, wenn auch sehr gute, Buchreihe.

Aber dennoch bin ich traurig, dass die Reihe nun beendet ist. Ich kann mir aber gut vorstellen, die Bücher mal zu rereaden, um Handlungsstränge besser zu verstehen und den Zauber in Hogwarts nochmals zu spüren. Und ich bin immer noch mit ganzem Stolz ein Hufflepuff und freue mich insgeheim schon auf den Winter, wenn ich mir einen Huflepuff Schal kaufen kann.

Written by Julia

    15 Kommentare

  1. chaoskingdom September 13, 2017 at 11:18 am Antworten

    Was sind das denn für tolle Karten, die du neben dem Buch platzierst hast? Ist ja wunderschön! Also ich liebe ja die Harry Potter Reihe und bin mit ihr aufgewachsen. Sie gehört zu meinem Leben, wie mein Herz. Ohne geht nicht.

    Ich kann einige Punkte, die du auflistet, aber dennoch nachvollziehen. BSP ist Umbridge der schlimmste Charakter überhaupt. Wie sehr ich dieses Weib hasse, kann ich gar nicht ausdrücken!

    xoxo Vera

    • Julia September 17, 2017 at 10:54 am Antworten

      Hey Vera!
      Das sind die Harry Potter playing cards von Paladone. Die waren bei einer Fairyloot dabei und waren mein persönliches Highlight der Box, weil die Karten wirklich wunderschön sind!
      Deine Liebe zu Harry Potter kann ich verstehen, du bist schliesslich damit aufgewachsen und für dich bedeutet die Reihe wie du eben gesagt hast sehr viel. Ich wurde leider sehr spät auf die Reihe aufmerksam und wurde vom Hype beeinflusst.
      Ich glaube auf Umbrigde verspüren alle einen sehr grossen Hass, hier kommt es wirklich nicht drauf an ob man mit der Serie aufgewachsen ist oder nicht, sie ist und bleibt einfach abartig böse.
      Liebe Grüsse
      Julia

  2. Nicci Trallafitti September 13, 2017 at 10:58 am Antworten

    Liebe Julia,
    ein sehr interessanter Beitrag!
    Ich durfte mit Harry Potter aufwachsen, womit die Bücher einen anderen Stellenwert haben, als für andere, wie du oben schon geschrieben hast. Für mich sind Buchreihe sowie Filme emotional behaftet und lösen immer wieder ein wohliges Gefühl in mir aus.
    Trotzdem finde ich es spannend, deine Sicht darauf zu lesen, ich weiß gar nicht, ob ich das ähnlich sehen würde, würde ich die Bücher heutzutage entdecken.
    Irgendwann werde ich sie mal rereaden und schauen, wie das für mich ist. Wobei das grundsätzliche Gefühl sicherlich trotzdem bleibt.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    • Julia September 17, 2017 at 10:48 am Antworten

      Liebe Nicci
      Natürlich lösen die Bücher für dich dieses wohlige Gefühl aus, wenn du mit ihnen aufgewachsen bist und möglicherweise auf jeden Band hingefiebert hast wie viele andere Fans damals. Ich denke bei mir hat der riesen Hype meine Sichtweise auf die Bücher auch etwas getrübt. Ich ging mit ganz anderen Erwartungen an die Bücher, weil das DIE Reihe sein soll. Als Kind hat man bestimmt andere Erwartungen und man hat den Hype möglicherweise nicht ganz so extrem mitbekommen wie heute.
      Ich bin gespannt was du nach dem Reread zu den Büchern sagen wirst. Viele rereaden die Bücher regelmässig und ich kann mir auch vorstellen, die Bücher mal wieder zu lesen. Aber momentan haben andere Bücher einfach Vorrang.
      Liebe Grüsse und einen schönen Sonntag
      Julia

      • Nicci Trallafitti September 17, 2017 at 11:03 am Antworten

        Ja, das glaube ich auch. Irgendwie habe ich damals gar nichts von nem Hype mitbekommen, ich war aber auch Kind, das im Laden auf die Neuerscheinung gewartet hat. Meine Mama hat mir die Bücher damals einfach immer mitgebracht 🙂

        Ich werde sie vermutlich irgendwann auf englisch rereaden, mal schauen wie es dann ist. Aber auch bei mir haben andere Bücher Vorrang, ich würde gerne die Zeit dazukaufen 😀

        Liebe Grüße und dir auch einen schönen Sonntag!

  3. Carolin September 12, 2017 at 10:14 pm Antworten

    Ich habe erst 3 HP-Bände gelesen. Mir steht also noch Einiges bevor, aber insgesamt geht’s mir ähnlich, wie dir. Ich habe einfach nicht so den emotionalen Bezug zu Harry Potter, da ich nicht damit aufgewachsen bin. Leider bin ich auch ziemlich gespoilert. Trotzdem sind die Bücher natürlich sehr gut!

    • Julia September 17, 2017 at 10:44 am Antworten

      Hey Carolin
      Wenn man mit Harry Potter gross geworden ist hat man natürlich eine ganz andere Bindung zu den Büchern. Sich nicht spoilern zu lassen ist wirklich schwierig, gerade weil Harry Potter so beliebt ist und scheinbar alle davon ausgehen, dass jeder die Bücher gelesen oder die Filme gesehen hat 🙁 Bisher ist mir auch keine passende Lösung in den Sinn gekommen, um sich vor solchen grosse Spoilern zu schützen.
      Liebe Grüsse und einen schönen Sonntag
      Julia

  4. Jenny September 12, 2017 at 5:13 pm Antworten

    Liebe Julia,

    Eine schöne Idee mit den Mini Rezensionen 🙂
    Toll, dass du es endlich geschafft hast ebenfalls ins Potterversum Einstieg zu finden 💕

    Ich glaube wenn ich nicht mit den Büchern groß geworden wäre, würde meine Meinung dazu auch etwas anders ausfallen. Meine Seiten sind behaftet mit Kindheitserinnerungen, Aufregung und Vorfreude wenn ich wusste, morgen erscheint der nächste Band, mitfiebern und rätseln, mich mit Freunden austauschen, sobald ich die ersten Kapitel verschlungen hatte.

    Ich glaube als Nachzügler hat man es da etwas schwerer, da man einfach nicht um Spoiler drumherumkommt. (Dasselbe habe ich grad mit Star Wars, ich schaue es zum ersten Mal und bin nicht ganz so geflasht wie viele. Denke es ist die gleiche Problematik.)

    Trotzdem hoffe Ich, dass du uns Potterheads jetzt ein bisschen besser verstehen kannst und der Zauber auch auf dich überschlagen konnte! (So lese ich es jetzt zumindest auch raus!)

    Liebste Grüße,
    Jenny

    • Julia September 12, 2017 at 7:41 pm Antworten

      Hey Jenny
      Bei manchen Filmen/Büchern ist es wirklich schwer nicht gespoilert zu werden. Ich gebe zwar immer mein bestes, aber Harry Potter und auch Star Wars ist schlichtweg ÜBERALL!
      Ich finde es etwas schade, dass ich Harry Potter erst so spät für mich entdeckt habe. Aber früher war ich einfach zu ängstlich und noch nicht so lesebegeistert, beziehungsweise habe ich damals nur Hexe Lilly Bücher gelesen 😀 Aber ich werde die ganze Aufregung und fangirling jetzt einfach nachholen. Eine Newt Scamander Funko Pop steht bereits in meinem Regal, die von Dumbledore steht auf meiner to buy Liste. Und während ich gerade diesen Kommentar schreibe, trage ich mein Hogwarts Pulli. Also ja, ich bin wohl wirklich in der Fandom angekommen. Endlich <3
      Liebste Grüsse zurück
      Julia

  5. Lea Phelina September 12, 2017 at 10:38 am Antworten

    Hey Julia,

    Ich verstehe deine Situation. Ich habe ja Band 4 und 5 gelesen, bei Band 6 hab ich dann mal Knall hart abgebrochen.
    Ich kam einfach nicht damit klar, was für eine Entwicklung das Buch hat.
    Ich denke aber auch, mir fehlen die ersten drei Bände um wirklich alles zu verstehen.

    Das Ginny, Snape und Malfoy so geliebt werden, liegt meiner Meinung nach an die Filme. In den Büchern fand ich das jetzt auch nicht so spektakulär.

    Der Halbblut Prinz wird Film besser verstanden, im Buch habe ich auch schon gehört das es unter geht.

    Vielen Dank für deine Meinung zu den Bücher.
    Jetzt weiß ich genau, dass ich dir nicht ohne Grund folge „zwinkre“

    Lg Lea

    • Julia September 12, 2017 at 7:37 pm Antworten

      Hey Lea,
      Ich denke bei Harry Potter, oder ganz allgemein bei mehrteiligen Reihen, macht es durchaus Sinn alle Bücher zu lesen, zumindest von Beginn an 🙂 Sonst fehlen einem Informationen. Selbst wenn man die Filme kennt ist es etwas kritisch, da bekanntlich der Film nie das ganze Buch beinhalten kann.
      Die Filme werde ich auch noch schauen. Teil 1-4 habe ich bereits gesehen, Teil 5 habe ich nach ein paar Minuten abgebrochen. Der Wirbel um die Filme kann ich nu bedingt verstehen, aber vielleicht gefallen mir die anderen Teile mehr 🙂
      Liebste Grüsse
      Julia

  6. kaddy September 12, 2017 at 10:23 am Antworten

    Guten Morgen Julia,

    ich finde deine Idee mit den Mini Rezensionen echt klasse. Sie ist bei jedem Buch kurz und knackig, gibt aber wunderbar wieder wie du zu dem jeweiligen Teil stehst.

    Mir geht es ähnlich wie Isabella, dass die Bücher für mich (trotz einiger Fehler) immer an erster Stelle stehen werden. Warum? Tja, vermutlich hast du damit recht, dass es daran liegt das ich damit aufgewachsen bin. Zwar bin ich jetzt nicht sooooo alt (der erste Teil ist ja schon 1997 erschienen und ich glaube nicht, dass ich mit 3 Jahren den ersten Potter gelesen habe ^^) aber ich kann mich noch genau daran erinnern wie es war voller Vorfreude auf die Folgebände zu warten. Ab dem vierten Teil also so um den dreh vom Jahr 2000 hatte ich ebenfalls das Potter-Fieber. Damals waren hier sogar einige Buchhandlungen extra um Mitternacht noch geöffnet, damit sich die Fans das neuste Exemplar direkt kaufen und lesen konnten. Das kenne heutzutage nicht mehr, dass da so ein Aufwand für ein Buch veranstaltet wird.

    Ich musste übrigens echt lachen als du erwähnt hast wie sehr du Umbridge hasst. Ich glaube ich kenne keine Person, die diesen Charakter mag.

    Hast du eigentlich schon die Verfilmungen gesehen, oder nimmst du das jetzt in den Angriff?

    Ganz liebe Grüße,
    Kaddy

    • Julia September 12, 2017 at 7:33 pm Antworten

      Hey Kaddy
      Danke danke 🙂 Ich dachte mir auch dass lange Rezensionen dazu keinen Sinn machen würden, weil schlichtweg jeder Mensch auf dem Planeten die Bücher kennt.

      Das klingt alles ganz wunderbar magisch und ein Teil von mir wünscht sich, dass ich damals nicht ein kleiner ängstliches Kind gewesen wäre, das vor allem und jedem Angst hatte. Dann hätte ich den Zauber um Hogwarts auch schon früher entdeckt und hätte auch spät nachts den nächsten Band kaufen können. Aber leider war dem eben nicht so, aber Hauptsache ich kenne die Bücher jetzt 🙂
      Ich finde es auch wunderschön wie Harry Potter so viele Menschen zusammen bringt. Es gibt so viele Fans deswegen und selbst lesefaule Menschen nehmen früher oder später das Buch in die Hand. Das finde ich wirklich wundervoll mitanzusehen und kann es deshalb auch verstehen wenn man die Reihe einen so hohen emotionalen Stellenwert hat. Bei manchen sind es eben Bücher, die einem durch das Leben geholfen haben.

      Film 1-4 habe ich gesehen, Teil 5 habe ich dann abgebrochen. Ich leihe mir aber bestimmt mal die DVDs in der Bibliothek aus und werde sie dann schauen. Aber Teil 5 reizt mich so gar nicht 🙁
      Viele Grüsse
      Julia

  7. Schnute September 12, 2017 at 10:19 am Antworten

    Ich war ja relativ spät dran mit den Harry Potterbänden damals. Trotzdem gehören sie auch zu meinen regelmäßigen Re-reads obwohl ich sie schon auswendig kenne. Meiner Meinung nach hat JKR eine Welt geschaffen, die nicht nur schwarz und weiß ist. In welcher der Held eben nicht der strahlende Mr. Perfect ist und auch das Böse nicht einfach nur das Böse ist. Ich fand es immer faszinierend, wie sie es schaffte, das Erwachsenwerden der Figuren so realistisch zu zeichnen, mit allen ihren Fehlern und Schwächen und eben auch dem wirklich nervigen Aspekt (Teenager halt). Dabei fand ich es besonders toll, dass auch viele andere Figuren nicht vergessen wurden, dass ein Neville eine wichtige Rolle spielte, obwohl man das lange nicht glaubte. Dass auch die Erwachsenen Fehler machten (I’m looking at you Dumbledore) und dass Liebe und Reue bis zum Tod starke Motivatoren sein können. Snape empfand ich als einen sehr vielschichtigen Charakter. Einer, der falsches tat, der wohlwissend falsches tat, der hasste und verachtete, aber der aus einem einzigen großen Fehler soviel Stärke bezog, dass er am Ende sein Leben opferte.

    Und während die Kinder erwachsen wurden, wurden die erwachsenen Vorbilder menschlich, das gesichtslose Böse bekam ein Gesicht und war nicht mehr nur „das Böse“ sondern es hatte Schwächen und Fehler und auch wenn Voldemort stark war, war er doch nicht mehr übermächtig beängstigend wie am Anfang der Reihe.

    Den emotionalen Stellenwert bekamen die Bücher für mich im Laufe der Jahre. Ich hab angefangen, da waren grad vier Romane erschienen und ich war Anfang 20. Die noch folgenden Romane wurden ein sommerliches Ritual mit Freunden, am Lagerfeuer. Übersetzungsprojekte im Internet, weil die Deutsche Übersetzung immer ewig dauerte. Lauter so ein Kram. Jetzt bin ich Ende 30 und liebe diese Bücher noch immer. Ich liebe die Welt, die JKR erschaffen hat. In der Stereotypen genauso wenig Bestand haben, wie sie es im realen Leben sollten. Und Figuren wie Hermione und Luna oder Ginny, echte Mädchen, die zu echten Frauen heranwuchsen, einfach toll.

    • Julia September 12, 2017 at 7:27 pm Antworten

      Wow, das hast du echt schön in Worte gefasst! <3
      Bei einigen Punkten kann ich dir da wirklich zustimmen. JK Rowling hat eine Welt mit Fehlern erschaffen. Ja auch die Erwachsenen machen Fehler und gerade die nervigen Teenager mitten in der Pubertät hat sie gut getroffen. Sonst hätte ich mich wohl niemals so über Harry aufgeregt 😀
      Für mich waren die Bücher stellenweise doch etwas zu schwarz und weiss. Todesser wurden als übertrieben böse dargestellt (Lucius Malfoy oder die Eltern von Goyle und Crabe). Das waren die superbösen Helfer von Lord Voldemort. Klar gab es Ausnahmen wie eben Snape, aber auch er war lange Zeit "der Böse" und bekam erst nach seinem Tod eine Charakterentwicklung. Genau so wie bei Malfoy keine Charakterentwicklung vorhanden war. Er war von Anfang an der Bully (mir fällt gerade das deutsche Wort nicht mehr ein) und war es selbst im letzten Band noch.
      Liebe Grüsse
      Julia

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