Illuminae ist besonders im englischsprachigen Raum in aller Munde. Die Blogger unter uns, die gerne und oft englische Bücher lesen, sind dem Hype schon längst verfallen.

Ich war dem Buch sehr kritisch eingestellt, denn die Handlung wird nicht wie gewohnt aus der Sicht von einer oder mehreren Personen direkt erlebt und wiedergegeben, sondern man findet nur Pläne von Raumschiffen, Chatverläufe, offizielle Dokumente, Videoüberwachungen etc. Kann so ein Buch überhaupt spannend sein? Kann ich mit den Charakteren mitfiebern und ihre Handlungen nachvollziehen? Wird das Weltraumabenteuer mich so überraschen und überzeugen wie Red Rising?


Klappentext

This morning, Kady thought breaking up with Ezra was the hardest thing she’d have to do. This afternoon, her planet was invaded.
The year is 2575, and two rival megacorporations are at war over a planet that’s little more than a speck at the edge of the universe. Now with enemy fire raining down on them, Kady and Ezra—who are barely even talking to each other—are forced to evacuate with a hostile warship in hot pursuit.
But their problems are just getting started. A plague has broken out and is mutating with terrifying results; the fleet’s AI may actually be their enemy; and nobody in charge will say what’s really going on. As Kady hacks into a web of data to find the truth, it’s clear the only person who can help her is the ex-boyfriend she swore she’d never speak to again.
Told through a fascinating dossier of hacked documents—including emails, maps, files, IMs, medical reports, interviews, and more—Illuminae is the first book in a heart-stopping trilogy about lives interrupted, the price of truth, and the courage of everyday heroes.

Kurz-Info

• Autor: Jay Kristoff, Amie Kaufmann
• Verlag: Oneworld Publications
• Seiten: 608
• ISBN: 978-0-553-49911-7
• Genre: Sci-Fi
• Reihe: Ja, The Illuminae files_01


zur Story

Zu meiner kritischen Einstellung gesellten sich schnell auch Zweifel, ob ich den Inhalt überhaupt verstehen würde. Ich fange gerade erst an, Bücher auf Englisch zu lesen und Illuminae ist mit seinen Sci-Fi Fachbegriffen kein leichter Einstieg. Allerdings waren hier die Interviews zu Beginn des Buches sehr hilfreich. Ich fand mich schnell mit der Sprache zurecht und nur bei ein paar Dokumenten hatte ich etwas Mühe. Okay, das ist untertrieben. Ich habe ein dreiseitiges Dokument vier Mal gelesen und selbst dann noch immer nicht verstanden, was da gerade beschrieben wurde. Zum Glück war es nicht weiter relevant für die Geschichte. Zumindest hatte ich nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben.

Der Einstieg war sehr gewöhnungsbedürftig, da ich diese Distanziertheit zu den Charakteren nicht mochte. Was geht in ihrem Kopf vor? Was denken sie wohl gerade? Durch die Chatverläufe lernt man aber Kady und Ezra besser kennen und man schliesst sie plötzlich ins Herz, ohne wirklich etwas davon mitzubekommen. Plötzlich hält man gespannt die Luft an und blättert weiter, will unbedingt wissen wie es weitergeht und fiebert mit. Kady und Ezra sind sehr sympathische Protagonisten und beide haben ihre Ecken und Kanten. Manchmal nervte es mich aber schon, dass wir ihre Gedanken nicht genau kennen.

Was Illuminae wirklich mehr als genug hat ist Spannung. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, dachte in der Schule und während der Arbeit an das Buch und wollte unbedingt weiterlesen. Ich musste einfach wissen, wie das alles enden wird. Ich hatte zwar einige Vermutungen, aber die wurden laufend über Bord geschmissen. Diese Ungewissheit wie es weitergehen wird, war unausstehlich. Es ist alles andere als vorhersehbar und gerade das gefiel mir so sehr am Buch.
Ein weiterer grosser Pluspunkt ist der Humor, gerade zu Beginn des Buches. Besonders Ezra brachte mich sehr oft zum Schmunzeln, nicht nur bei seinen Interviews, sondern auch im Chatverlauf mit McNulty. Der Humor nimmt zwar mit jeder Seite etwas mehr ab, was an der sich zuspitzenden Situation liegt, aber als Einstieg fand ich es sehr unterhaltsam.

Bis hierhin fand ich das Buch wirklich absolut grandios und genial. Leider gab es durchaus das ein oder andere, was mich am Buch gestört hat. Während ich die erste Hälfte super fand und überzeugt war, ein neues Lieblingsbuch in den Händen zu halten, fand ich den zweiten Teil der Geschichte eher schwach. Denn leider bedienen sich den Autoren dem ein oder anderen Klischee. AIDAN ist eine künstliche Intelligenz, die das Raumschiff steuert. Die „Gedankengänge“ waren wirklich super genial geschrieben, aber hier sickert bereits ein erstes Klischee durch. Der Konflikt, ob eine künstliche Intelligenz Gefühle hat und Menschen überhaupt verstehen können, wird hier völlig ausgeschlachtet und benutzt. AIDAN war zwar gut portraitiert und wie AIDAN zu Wort kommt wurde gestalterisch sehr gut umgesetzt, aber es war eben nichts neues.

Auch dieser Virus, der in den Schiffen auftritt ist keine Neuheit. Hier hatte ich völlig falsche Vorstellungen davon was passieren wird und seufzte sogar schon leicht genervt, als es zu einem sehr zentraleren Thema wurde und sich schliesslich alles darum drehte. Ohne gross etwas vom Ende vorweg zu nehmen, sage ich nur so viel: Ich war nicht zufrieden damit. Ganz und gar nicht.

Was ich wiederum aber ganz süss fand, waren die „versteckten“ Autorennamen. So steht bei einer Patientenakte der Name Laini Taylor, die Autorin der Daughter of Smoke and Bone Reihe. Die beiden Autoren Jay Kristoff und Amie Kaufmann haben ihre eigenen Namen auch ins Spiel gebracht, was ich wirklich eine witzige Idee fand und ich nur leicht ausflippte, als ich diese Namen entdeckt hatte. Diese Geste finde ich wirklich zuckersüss und musste meine Begeisterung natürlich auch auf Twitter teilen.

Die Gestaltung des Buches sollte eigentlich keine grosse Rolle bei der Bewertung eines Buches spielen, aber hier muss ich die Gestaltung einfach besonders hervorherben. Selten ist mir so ein wundervoll gestaltetes Buch in die Hände gekommen. Ich rede aber nicht nur vom wundervollen Hardcover Design mit einem transparenten Schutzumschlag, sondern auf von der inneren Gestaltung. Besonders AIDANS Abschnitte waren teils sehr poetisch und künstlerisch, aber seht selbst:

 

Fazit

Ich bin hin und hergerissen. Auf der einen Seite ist da die tolle Gestaltung und Umsetzung des Buches, die Spannung, weswegen ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte, der Humor und die kleinen Fangirlmomente mit den Autorennamen. Allerdings fand ich die zweite Hälfte des Buches nicht mehr so genial wie die erste. Ich dachte wirklich, ich halte ein neues Lieblingsbuch in den Händen, aber dann gab es immer mehr Details, die mich störten. Werde ich den nächsten Band „Gemina“ trotzdem lesen? Auf jeden Fall! Denn trotz meiner Kritikpunkte ist Illuminae ein ganz besonderes Buch mit viel Action und Spannung und ich muss einfach wissen wie es weitergeht!

Trotz Kritikpunkte gibt es hier eine Leseempfehlung. Für Einsteiger in englische Bücher ist das Buch aber weniger geeignet. Aber keine Sorge, Illuminae wird übersetzt erscheint bereits im Oktober 2017 beim dtv Verlag! Ihr dürft euch also auf etwas freuen!

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Written by Julia

    10 Kommentare

  1. Elli Juli 30, 2017 at 8:58 am Antworten

    Hey Julia,
    irgendwie ist deine Rezension völlig an mir vorbei gegangen, wie konnte das passieren?! Jetzt wo ich sie lese, blutet mein Herz ein wenig, da mich dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite vollkommen begeistern konnte. Aber ich kann deine Kritikpunkte verstehen. Ich habe das schon öfter gehört und die meisten Leute fanden den zweiten Teil viel besser als den ersten. Ich bin also gespannt, was du dazu sagst.
    Liebe Grüße,
    Elli

    • Julia Juli 30, 2017 at 5:42 pm Antworten

      Hey Elli,
      Das ist doch kein Problem 🙂 Ich fand das Buch wirklich gut, aber die Kritikpunkte waren eben trotzdem vorhanden. AIDAN fasziniert mich, trotz Klischees. Ich freue mich auf den zweiten Band. Puh, wann werde ich den wohl lesen? Es warten so viele tolle Bücher auf mich 😀 Hast du denn den zweiten Band bereits gelesen?
      Liebe Grüsse
      Julia

  2. booksnstories Juli 18, 2017 at 12:39 pm Antworten

    Schöne Rezi (aber Spoilerhaft! XD ich bin da allerdings nich so militant wie andere).
    Ich schleiche schon ein bisschen länger immer wieder drum herum. Ich glaube deine Rezi hat mir jetzt den Schubs in die endgültige Richtung gegeben und ich werde es mir besorgen.
    Allerdings dann doch im englischen Original, da ich befürchte, dass bei der Übersetzung was auf der Strecke bleibt. Auch wenn dtv ja schon gezeigt hat, dass sie sehr um Authentizität bemüht sind und ich ihnen das auf jedem Fall zutraue.

    Grüßle
    Christina

    • Julia Juli 20, 2017 at 8:06 pm Antworten

      Hey Christina
      Findest du? Ich habe mich mit Spoilern wirklich zurückgehalten und sage nichts zum eigentlich Plot. Zudem sage ich auch nicht unter welchen Umständen die Gottheiten vorkommen.
      In der englischen Version kommt der sarkastische Schreibstil bestimmt noch besser zu Geltung 🙂 Ich denke jeder Verlag bemüht sich die Bücher korrekt zu übersetzen, bei Percy Jackson zumindest fiel mir keine grossen Fehler auf. Der Carlsen Verlag hat hier wirklich gute Arbeit geleistet!
      Viele Grüsse
      Julia

  3. munderoon Juli 16, 2017 at 11:00 am Antworten

    Hallo Julia,

    das stimmt schon – AIDAN unterlag einen paar Klischees aber irgendwie hat sich das mit dieser neuen Gestaltungssache und dem Plot an sich nicht so schlimm angefühlt. Vielleicht war es für mich aber auch einfach okay, weil ich nicht oft genug in das Sci-Fi Genre wandere um dort schon bestimmte Klischee-Muster zu erkennen…
    Ich freue mich, dass du das Gefühl hattest mit meiner geliebten Lieblingssprache ganz gut zu Rande zu kommen. Das gibt mir jetzt grünes Licht um dich im Herbst mit englischen Büchern zu bombardieren hehehehehe!

    Liebste Grüße <3
    Tabi

    • Julia Juli 17, 2017 at 7:59 pm Antworten

      Hey Tabi!
      Ich lese eigentlich gar nicht so viel Sci-Fi, aber habe eben schon ein paar Filme gesehen und bin mit der Thematik mehr oder weniger bewandert 😀
      Als nächstes wage ich mich an „Carry on“ von Rainbow Rowell und freue mich schon sehr darauf. Ich will unbedingt mehr englische Bücher lesen, damit ich im Januar/Februar 2018 Iron Gold von Pierce Brown lesen kann. Ich. kann. nicht. länger. warten. 😀 Und jaaa vielleicht finden wir auf unserer Buchschrank englische Bücher?
      Liebste Grüsse und bis gaaaaanz bald <3
      Julia

  4. Nicci Trallafitti Juli 15, 2017 at 11:41 am Antworten

    Schöne Rezension!
    Illuminae steht schon ewig in meinem Regal, ich muss es endlich mal lesen.
    Ich hoffe ja, dass ich mit der Sprache und dem Schreibstil klar komme.
    Habe lange nichts englisches gelesen, neulich dann ACOTAR in Angriff genommen, was mir erstmal gar nicht so leicht fiel, ich musste einiges nachschlagen. Aber mittlerweile kaum noch 🙂

    Liebe Grüße,
    Nicci

    • Julia Juli 17, 2017 at 7:54 pm Antworten

      Liebe Nicci
      Ich lese kaum etwas auf Englisch und gerade dank dem Schreibstil kommt man leicht ins Buch rein, also trau dich ruhig und wag dich 🙂 Du schaffst das bestimmt, und selbst wenn man ein paar Wörter nicht versteht geht es irgendwie aus dem Zusammenhang. Ich wünsch dir viel Spass beim Lesen!
      Liebste Grüsse
      Julia

      • Nicci Trallafitti Juli 17, 2017 at 10:25 pm Antworten

        Ah okay! Das ist gut zu wissen, weil ich woanders schon gehört habe, dass es gar nicht mal so einfach zu lesen ist 😀

        Danke <3

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