Als ich dieses Buch als Mängelexemplar in einer Buchhandlung entdeckte, wollte ich zuerst meinen Augen nicht trauen. Ich hatte schon sehr viel Gutes über das Buch gehört und jetzt lag es da vor mir, völlig unversehrt und zu so einem günstigen Preis? Natürlich musste ich zuschlagen! Mir ist noch jetzt nicht ganz klar, wieso das Buch als Mängelexemplar verkauft wurde, da es immer noch in einem sehr guten Zustand war. Keine Flecken, keine Leserillen, keine Kratzer. Mir solls aber nur recht sein 😀


Klappentext

Hoffnungsvoll düster, schrecklich zart und tragisch schön

Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.

Kurz-Info

• Autor: Emily St. John Mandel
• Übersetzer: Wibke Kuhn
• Verlag: Piper
• Seiten: 416
• ISBN: 978-3-492-06022-6
• Genre: Dystopie


Zur Story

Ich bin eine sehr emotionale Leserin und nahe am Wasser gebaut, weshalb ich dachte Das Licht der letzten Tage würde mich sehr mitnehmen. Schliesslich steht auch auf dem Buchrücken “Hoffnungsvoll düster, schrecklich zart und tragisch schön“. Klingt doch sehr vielversprechend.

Das Buch beginnt mit einer Theateraufführung in New York. Nichts lässt darauf schliessen, dass etwas schreckliches passieren wird. Die Nachrichten berichten zwar von einer umhergehenden Grippe, aber niemand schenkt ihr grosse Beachtung. Wir begleiten Jeevan also in die Theateraufführungen und erleben mit, wie der Hauptdarsteller Arthur an Herzversagen auf der Bühne stirbt. Dann gibt plötzlich einen Zeitsprung ins Jahr 20. Die Grippe hat 99% der Menschheit getötet und die Welt begann wieder beim Jahr 0.

Die Geschichte wird von mehreren Charakteren erzählt, so wechseln wir auch ständig vom Jahr 20 zurück in die Vergangenheit. Wir erfahren mehr über Arthurs Leben, was Jeevan zum Zeitpunkt des Grippeausbruchs getan hat und wie andere Charaktere im Jahre 20 zurechtkommen. Der “Weltuntergang” wird sehr realistisch dargestellt. Die Grippe wird von Reisenden von Europa nach Amerika gebracht und breitet sich rasant aus. Die Erkrankten sterben innerhalb von 1 oder 2 Tagen. Die ganze Gesellschaft bricht zusammen. Die Ereignisse überstürzen sich nicht, sondern treten nach und nach ein, in einem vernünftigen und logischen Tempo. Die Flugzeuge fliegen nicht mehr, Läden schliessen, kein fliessendes Wasser, kein Strom, kein Internet. Man erfährt nur sehr wenig über die ersten paar Jahre nach der Grippe, was mich ein bisschen störte. Denn so war es lediglich immer Jahr 20 oder der Zeitpunkt des Ausbruchs und davor.

Wie ich schon erwähnte bin ich sehr emotional. Die meisten Bücher rufen oft irgendein Gefühl in mir hoch. Wut, Trauer, Freude, Nervenkitzel. Aber hier? Fehlanzeige. Die Ereignisse zogen an mir vorbei, es waren zu viele Charaktere und alle davon blieben oberflächlich, sodass ich niemand richtig mochte. Sie blieben mir die ganze Zeit über gleichgültig. So empfand ich die Ereignisse auch nicht wirklich als erschreckend traurig. Das lag wohl auch am Schreibstil, mit dem ich nie richtig warm werden konnte. Die Geschichte hat auch keinen Spannungsbogen. Es baut nicht zu einem bestimmten Ereignis auf, sondern erzählt einfach eine Geschichte.

Fazit

Ich habe noch nie ein Buch so emotionslos beendet. War das jetzt gut? War das schlecht? Ich weiss es nicht und da liegt mein Problem. Es gehört wohl zu den Büchern, deren Inhalt ich vergessen werde, weil ich damit nichts emotionales verbinde. Bereits schon während ich diese Rezension tippe, habe ich Mühe mich daran zu erinnern, was auf den rund 400 Seiten eigentlich genau passiert ist.
Wenn man aber ein realistisches Endzeitbuch lesen möchte, das nicht viel Action hat und etwas ruhiger ist, dem wird dieses Buch bestimmt gefallen. Mir passte es leider nicht.

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Written by Julia

    3 Kommentare

  1. Buchperlenblog Juli 6, 2017 at 8:03 am Antworten

    Schade, dass dir das Buch nicht gefallen hat. Für mich wars ein Highlight gewesen. 🙂 Es ist zwar auch schon wieder einige Monate her, aber ich weiß noch, dass ich die Sprache geliebt habe, Miranda, die Idee der namensgebenden Graphic Novel .. Ach und den Propheten. Den hab ich natürlich nicht geliebt, aber seine Geschichte ergab doch einen Spannungsbogen. Vllt keinen mit großem Kriegsgetöse am Ende, aber ein Bogen war da. Ich bin deiner Meinung, dass es eine eher ruhig erzählte Geschichte is, aber mich hat sie damals komplett verzaubert.
    Aber Geschmäcker sind halt unterschiedlich. 🙂

    Liebe Grüße!

    • Julia Juli 8, 2017 at 10:56 am Antworten

      Liebe Gabriela
      Ich hatte eben ganz andere Vorstellungen und Erwartungen vom Buch, da viele Leser es wunderschön fanden. Deshalb hatte ich sehr mit der Geschichte zu kämpfen. Einige Ideen waren wirklich sehr gelungen, die Graphic Novels fand ich wirklich schön in die Geschichte hineinverwebt. Allerdings war für mich kaum Spannung vorhanden. Im Nachhinein ärgere ich mich selbst ein wenig, ich hätte meine Erwartungen senken sollen 🙁
      Liebe Grüsse
      Julia

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