Wer von uns kennt dieses Gefühl nicht? Ihr schlendert an eurem freien Samstag durch die Buchhandlung eures Vertrauens und neben all den bekannten Buchcovern haben sich auch ein bis zwölf neue Titel angesammelt, die ihr zum ersten Mal seht. Moment – nicht ganz zum ersten Mal. Denn 89% dieser Neuerscheinungen habt ihr in den letzten Tagen schon auf Blogs, YouTube Channeln und Instagram gesehen. Manche lobend, manche kritisierend, aber alle mit irgendeiner Art von Meinung. Ihr greift also zu einem der besprochenen Büchern und schaut mal nach, was es damit denn nun wirklich auf sich hat…

Stellt euch vor Kim Kardashian hätte damals nach ihrer Zeit als Sidekick von Paris Hilton nicht angefangen die Beauty und Make-Up Routinen von Frauen um den Globus herum zu verändern und Drag Make-Up für das Every Day Make-Up zu eröffnen, sondern sie hätte angefangen Bücher zu promoten, vielleicht auf einem Blog oder einem YouTube Channel. Wir könnten da jetzt diskutieren, ob sie genauso erfolgreich gewesen wäre, aber nehmen wir mal an es wäre so. Dann wäre Kim Kardashian und der Begriff „Influencer“ untrennbar mit der Bücherszene verwoben (welche Bücher Kim wohl so gereviewed hätte…?). Nun  ist Kim Kardashian aber Beauty Guru/Lifestyle Ikone und noch so allerlei weitere (unwichtige) Sachen und definitiv eine DER „Influencer“ schlecht hin. Was aber sind denn nun diese „Influencer“? Wikipedia definiert „Influencer“ (z.dt. Jemand, der großen Einfluss auf ein breites Publikum hat) so: „[…] ist ein um 2007 entstandener Begriff für eine Person, die aufgrund ihrer starken Präsenz und hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken eines kommerzialisierten Internets für Werbung und Vermarktung in Frage kommt.“ (Quelle: Wikipedia)

Und auch wir Buchblogger, Booktuber, Bookstagrammer und wie wir uns auf anderen sozialen Kanälen noch so nennen, sind mittlerweile – auch ohne die Hilfe von Kim Kardashian – Influencer (auch wenn das Forbes Magazine uns nicht als eigenes Genre listet, sad face). Unsere Besprechungen von Büchern und unsere Diskussionen und Verbreitungen auf Social Media Plattformen machen uns – ab einem gewissen Maß an Publikum – für Verlage und auch Self Publisher interessant und sie fragen uns an um mit uns zusammen zu arbeiten. Julia und ich haben uns zusammengesetzt und das Thema mal ein bisschen genauer betrachtet.


Ein Blog als Werbung

Wer von euch hat sich schon Red Rising wegen mir (Julia) gekauft? Na? Sehe ich verschämt stolze Blicke und in die Luft schellende Hände? Wusste ichs doch! Ihr alle wisst, dass Red Rising zu meinen absoluten Lieblingsbüchern gehört, denn ich lobe das Buch schliesslich in den Himmel, weil es so drecksverdammt gut ist! Damit wären wir auch schon beim Thema: Wir Buchbloggern machen Werbung für Bücher und beeinflussen so direkt das Kaufverhalten unserer Leserschaft. Wir beeinflussen sie so sehr, dass ein Bücherwurm in eine Buchhandlung geht und ihm durch den Kopf schiesst „Oh, Red Rising! Julia meint doch das sei genial! Sie ist so ein lustiger und intelligenter Mensch und ich vertraue ihr voll und ganz! Ich kauf mir das Buch und werde es lieben und ehren!“. Genau das spielt sich doch in euren Köpfen ab, oder? ODER?!

Dabei sind auch negative Rezensionen gute Werbung für ein Buch. Ihr alle habt den „Hype“ um Paper Princess bestimmt mitgekriegt. Wochenlang spalteten sich die Gemüter. Während einige Blogger Rezensionen veröffentlichten, die auf die kritischen Darstellungen im Buch kritisierten und laut sagten „das geht so nicht!“, bloggten andere wie super genial das Buch doch sei und man keine Kritikpunkte finden konnte. Ob das Buch nun gut oder schlecht ist, sei dahingestellt, ich habe das Buch nicht gelesen und werde dies auch nicht tun. Ich habe genug Kritikpunkte gelesen, die mich vom Lesen abhalten. Allerdings gibt es nicht wenig Menschen, die sich genau wegen diesem empörten Aufschrei das Buch kauften. Das wollen wir an dieser Stelle auf keinen Fall verübeln oder mit dem Finger auf jemanden zeigen, jeder darf das lesen, was er will. Wir wollen euch auch nichts vorschreiben. Aber ihr stellt auch so fest, dass auch negative Rezensionen zu einem Kauf führen können. Viele Menschen haben sich nur wegen des Gezankes Paper Princess gekauft und gelesen. Und wo ist der Aufschrei inzwischen hin? Mittlerweile ist Band 3 erschienen, Band 4 und 5 sind sogar in Planung und die Lage hat sich beruhigt. Der Aufstand scheint sich gelegt zu haben oder wird zumindest nicht mehr öffentlich ausgetragen.

Wir alle sollten uns allerdings bewusst sein, dass unsere Buchrezensionen eine Menge Leute ansprechen. Selbst wenn euer Blog nicht viele Follower hat, müsst ihr immer davon ausgehen, dass sich eure Leser das Buch kaufen werden. Wer sind denn die Leser? Junge Mädchen, die eine gesunde nicht von einer gewalttätigen Beziehung unterscheiden können, oder eine etwas ältere, reifere Zielgruppe, die den Unterschied sehr wohl kennen und auch wissen, was gesund ist und was nicht? Meine Bitte an euch: Reflektiert zumindest beim Rezensieren, für wen das Buch geeignet ist. Denn ein Buch mögen und es empfehlen sind unterschiedliche Dinge. Seid euch bewusst, dass eure Leser potenzielle Käufer sind, schliesslich machen wir nichts anderes als Werbung, gute wie auch schlechte für ein Buch. Aber es kommt eben auf den Ton an und wie wir das Buch vermitteln. Wollen wir, dass unsere Leser begeistert in die Buchhandlung stürmen und sich das Buch kaufen? Wollen wir ihnen davon abraten, weil es kritische Darstellung enthält oder weil es einfach tot langweilig war? Macht euch solche Gedanken, bevor ihr eine Rezension veröffentlicht.

 

Verlage und Selfpublisher als Partner

Während von ein paar Jahren Buchblogger noch belächelt wurden, sind wir inzwischen wichtige Partner für Verlage und Autoren geworden. Sie bieten uns Rezensionsexemplare an für eine ehrliche Meinung auf unserem Blog. Aber dort hört die Zusammenarbeit noch längst nicht auf. Es gibt genug Events speziell für Blogger organisiert, wo wir neues lernen und uns mit den Verlagen und Autoren austauschen können. Zum Erscheinungstermin eines neuen Buches wird oft eine Blogtour veranstaltet. Viele Blogger schreiben auch jeden Monat ein Neuescheinungs-Beitrag, wo alle vielversprechenden Bücher aufgelistet werden.

Die Zusammenarbeit mit den Verlagen kann aber auch weiter gehen als Events, Rezensionsexemplare und Blogtouren. Irgendwann darf/kann/soll der Blogger sich entscheiden: Will ich mit dem Bloggen Geld verdienen? Reich wird man damit nicht, aber zumindest eine kleine Entschädigung für die Arbeit, und ja, ein Blog ist verdammt harte Arbeit, wäre sehr schön. So seid ihr bestimmt schon mal über einen Beitrag gestolpert, bei dem „Werbung“ oder „In Kooperation mit XY“ stand. In diesem Falle wäre der Beitrag gesponsert, heisst also der Blogger verdient damit Geld.

Aber nicht nur Verlage haben erkannt, wie wichtig wir für die Buchbranche sind, auch Selfpublisher haben begriffen, dass wir ein gutes Medium sind um ihre Bücher bekannt zu machen. Kurz zur Erklärung: Selfpublisher sind Autoren, die ihr Buch ohne die Hilfe eines Verlags herausgeben. Sich zwischen den grossen Verlagstiteln durchzuschlagen ist ein hartnäckiger Kampf, denn während Verlage ein Budget für Marketing haben, mit dem sie schamlos für das Buch werben können, haben Selfpublisher oft diese Mittel nicht zur Verfügung und sind auf sich alleine gestellt. Und da kommen wir ins Spiel.

Die Anfragen trudeln früher oder später bei einem ein. Du findest eine E-Mail in deinem Postfach mit der Aufschrift „Rezensionsanfrage“. Während manche Anfragen wirklich sehr lieb und detailliert sind, fallen andere kurz und knapp aus. Man merkt sofort, wer sich die Mühe gemacht hat den Blog anzuschauen und wer einfach eine Rund-E-Mail rausgelassen hat. Auf solche „Massen-E-Mails“ antworte ich inzwischen gar nicht mehr. Aber den meisten, liebenswerten Autoren schreibe ich eine Antwort und erkläre bei einer Ablehnung, wieso dies so ist. Beispielsweise war ich vor ein paar Wochen/Monaten in der Lernphase für meine Abschlussprüfungen und lehnte deshalb einige Angebote ab. Von ein oder zwei Menschen kam eine nette Antwort zurück, die mir viel Glück wünschten. Und zack! Schon bleibt mir der Name in Erinnerung. Annabelle von Stehblüten hat übrigens einen sehr hilfreichen Beitrag für Autoren geschrieben, wie man die Blogger am besten erfolgreich anschreiben soll, ohne dass das E-Mail gleich im Papierkorb landet.

 

Der Einheitsbrei

Bis vor ein paar Monaten habe ich gern und viel amerikanische Booktuber geguckt. Allen voran fand ich Christine Riccio von PolandBananasBooks absolut großartig. Witzig, ehrlich und auch einem Rant nicht abgeneigt waren fast alle ihrer Videos unterhaltsam – auch wenn es mal kein Booktalk war. Sie unterhält gemeinsam mit den YouTube Kanälen Katytastic und JesseTheReader einen monatlichen Buchclub namens Booksplosion. Und wenn man erst mal das Trio kennt, dauert es auch nicht mehr lange bis man Tashapolis und Sasha Alsberg von ABookUtopia findet. Alle hatten einen etwas anderen Stil, haben – neben den großen Neuerscheinungen, die eben jeder so macht – auch individuelle Sachen gemacht. Aber das hat immer mehr und mehr abgenommen.

Mittlerweile sind diese Booktuber fast ein bisschen ineinander übergegangen. Macht einer ein Video, welches den dezenten Hinweis auf „Paid Promotion“ hat, kann man sich sicher sein, dass die anderen bald mit ähnlichem Nachziehen werden. So bspw. gerade jetzt Anfang Mai als fast alle der oben genannten Booktuber mit Disney Hyperion zusammenarbeiteten und fast alle einen. Verdammt. Langen. Bookhaul. Vorstellten (der dazu auch noch fast dieselben Bücher beinhalteten). Einzig Jesse von JesseTheReader versuchte damit ein bisschen kreativer umzugehen und dachte sich zu der Paid Promotion noch ein irgendwie witziges Kochvideo aus (Spoiler Alert: er kocht Eis…).

Ich habe das Gefühl, dass das mit der Paid Promotion nicht immer so schlimm war und bis vor ein paar Monaten/einem Jahr auch oft genug noch „Geheimtipps“ dabei waren. Denn das ist das, was mir bei den amerikanischen Booktubern am meisten fehlt: die individuell entdeckten Buchtitel, die sie aus Überzeugung vorstellen und nicht, weil es eine heiße Neuerscheinung oder eine Paid Promotion ist.

Ähnliches findet sich zu den großen Neuerscheinungswellen auch mittlerweile bei Buchbloggern. So bspw. jüngst mit Caraval. Auf fast jedem Buchblog gab es eine Rezension zu diesem Titel, nicht nur national sondern durch das simultane erscheinen auf internationalen Ebene auch auf vielen englischsprachigen Blogs. Doch hier muss ich an Blogger mal ein Lob aussprechen: sind die Booktuber schon im Einheitsbrei verblendet, gibt es in der Bloggergemeinde zumindest noch genug Leute, die ihre ehrliche Meinung äußern und auch gehypte Rezensionsexemplare rigoros durchkritisieren, falls diese es verdient haben.

Und das macht, zumindest auch für mich, den entscheidenden Unterschied ob ein Booktuber oder ein Buchblogger mich beim Kaufen beeinflusst und wenn ja, wie. Bei Empfehlungen von Booktubern habe ich bis vor ein paar Jahren einfach zugegriffen, sobald es ein begeistertes Review gab. Doch irgendwann, als die Empfehlungen nur noch durch die Verlage zu Stande kamen, da hab ich auch die empfohlenen Bücher nicht mehr so genossen. Und schließlich habe ich aufgehört die Bücher zu kaufen, weil mir diese 0815 Vorstellungen einfach nicht genug hergaben um mich zu begeistern oder auch nur auf das Buch neugierig zu machen.
Bei Buchbloggern vertraue ich seitdem auch am liebsten auf die, die – wie schon gesagt – auch gerne mal kritisieren. Denn dann kann man sich ein bisschen besser auf das vorgestellte Buch konzentrieren. Es kann mir nämlich niemand erzählen, dass jedes Buch, dass er liest, super ist!

Man sieht also – Booktuber und Buchblogger haben ein großes Potential Leser und andere Blogger in ihrem Kaufverhalten zu beeinflussen. Wenn sie nicht, überspitzt gesagt, zum Lakaien der Verlage werden. Falls euch also noch Gründe zum kritischen Bloggen gefehlt haben – dies könnte der finale sein.

Wie Buchblogger UNSER Kaufverhalten beeinflussen

Bei mir, Tabi, ist es eine Mischung aus Booktubern, Buchbloggern und auch Instagrammer, die bei mir schon den ein oder anderen Kaufrausch ausgelöst haben. So habe ich bspw. mit dem „Book of the Month“ von Booksplosion, also JesseTheReader, Katytastic und Polandbananasbooks, gute Erfahrungen gemacht. Zum ersten Mal war das der Fall mit „Illuminae“ und seitdem habe ich öfter mal zugegriffen, zumindest bis vor ein paar Monaten.

Auch „Red Rising“ habe ich zum ersten Mal bei einer Booktuberin gesehen und zwar Tashapolis, die später auch viele Kollaborationen mit Pierce Brown startete. Auch hier habe ich eine großartige Erfahrung gemacht!

Dass das aber auch anders laufen kann, hat „Falling Kingdoms“ gezeigt. Geschwärmt hat davon damals ABookUtopia, aber ich konnte mich weder mit den Charakteren anfreunden, noch hatte ich so wirklich das Gefühl, dass das Buch wirklich der High Fantasy angehört. Aber da gehen die Meinungen momentan ja ohnehin schwer auseinander…

Mit Bookstragam habe ich bisher tatsächlich die besten Erfahrungen gemacht: ob „Written in Red“, empfohlen von Madamereadsalot, oder „Sleeping Giants“ von Crini – da war bisher immer etwas dabei, dass seine Versprechen auch gehalten hat.

Das, unter Bloggern lange Zeit geliebte, Throne of Glass habe ich dagegen nach 200 Seiten aus der Hand gelegt. Damit konnte ich leider absolut nichts anfangen!

Weitere Titel:

A Darker Shade of Magic (JesseTheReader)
Jesses Empfehlung hat mir eine der coolsten und tollsten Autoren und eine der besten Trilogien/Duologien der Welt eröffnet!

Carry On (Katytastic)
Kat hat so von diesem Buch geschwärmt, es in fast jedem Video erwähnt… aber so richtig mochte ich es leider nicht :/

Das Nest (Brösels Bücherregal)
Brösel hat wirklich geschwärmt und ich konnte es kaum abwarten das Buch zu lesen. Am Ende ist dem Buch meiner Meinung nach aber nach nicht mal ganz der Hälfte die Puste ausgegangen und es konnte sein Potential nicht entfalten.


Ich, Julia, habe mir schon einige Bücher aufgrund von anderen Bloggern gekauft und auch mein Lesetempo hat sich massiv gesteigert. Vor dem Blog las ich 20-30 Bücher im Jahr, letztes Jahr waren es 48. Und bereits jetzt habe ich wieder 26 Bücher gelesen. Da gebe ich eindeutig euch die Schuld! Ihr mit euren tollen Rezensionen! Mein Geldbeutel hasst euch übrigens.

Red Rising: Eine Rezension zu diesem Buch las ich zum ersten Mal bei Tabi und mein Interesse wurde geweckt. Als dann auch Kati von ZeitzuLesen so zu schwärmen begann, MUSSTE ich das Buch einfach lesen! Das Resultat kennt ihr, mittlerweile habe ich alle drei Bände gelesen und die Reihe gehört zu meinen absoluten Lieblingen.

Percy Jackson klang schon immer vielversprechend, aber ich dachte ich wäre nicht die richtige Zielgruppe für einen 12-jährigen Protagonisten. Charline verkündete auf ihrem Blog und auf Twitter immer wieder ihre Liebe zu den Büchern und sie steckte mich völlig an, sodass ich mir auch Weihnachten den Taschenbuch-Schuber wünschte. Und ja, auch diese Reihe liebe ich von ganzem Herzen.

Throne of Glass wird sehr gehypt und es machte mich neugierig. Auch hier war Kati Mitschuld an meinem Kauf, aber auch Anna von InkofBooks war nicht ganz unschuldig an der Sache. Ich habe Band 1 und 2 gelesen und habe kein Interesse daran, die Reihe weiterzulesen. Vielleicht lag es an den zu vielen positiven Stimmen, vielleicht wird es wirklich erst ab Band 3 richtig grandios, aber die Geschichte um Celaena interessiert mich schlichtweg nicht mehr. Die versprochene Badass-Assassinin konnte mich nicht überzeugen.

Weiter Titel:

Ich und die Menschen (Tasmin)
Tasmin schwärmte sehr von diesem Buch und legte es jedem ihrer Leser ans Herzen. Für mich leider ein Griff daneben, da ich nach „Ziemlich gute Gründe um am leben zu bleiben“ zu hohe Erwartungen hatte.

Plötzlich Banshee (verschiedene)
Dafür mache ich sämtliche Blogs verantwortlich, denn ohne die vielen Stimmen hätte ich mir das Buch nie gekauft. Wäre wohl besser gewesen, denn mir gefiel es überhaupt nicht!

Magonia (Charline)
Nach Charlines Rezension wollte ich das Buch unbedingt haben und habe es als Rezensionsexemplar angefragt. Dieses Buch mit dem wunderschönen Cover hält was es verspricht und trotz kleiner Kritikpunkte konnte es mich vol und ganz überzeugen!


In der fortwährenden Diskussion um die Influencer Rolle von Buchbloggern und Kollegen steht immer wieder die Beeinflussung von dem Blogger auf den Leser zur Debatte. Fakt bleibt an dieser Stelle, dass der pure Kauf eines Buches natürlich beim Leser liegt. Und trotz allem sollten ehrliche Kritik und das Bewusstsein darüber, dass man ein eventuell entscheidendes Urteil über ein Buch fällt, immer mitschreiben. In einer gewissen Art und Weise sind wir nämlich das virtuelle Gegenstück zum Buchhändler im Laden.

Was uns zu unserer abschließenden Frage an euch bringt: herrscht in unseren virtuellen Bibliotheken ähnlich viel „Tourismusverkehr“ wie in einer Buchhandlung oder sind die Blogger hier meist unter sich?

Eure Julia und Tabi

Written by Julia

    12 Kommentare

  1. Mara Juni 17, 2017 at 10:49 am Antworten

    Wirklich ein klasse Artikel! Ich denke, es kommt auch immer darauf an, wie sehr man dem jeweiligen Blogger vertraut und vor allem, wie ähnlich dessen Buchgeschmack ist. Wenn mir jemand, der hauptsächlich Liebesromane liest, ein Buch in die Richtung empfiehlt, dann überzeugt mich das nicht wirklich, da ich damit eher wenig anfangen kann. Aber wenn ein Blogger, der von den ständig gleichen Liebesgeschichten in Büchern genauso genervt ist wie ich, von einem Buch schwärmt, das eben komplett anders sein soll – dann gebe ich dem auch eine Chance!
    War bei mir beispielsweise bei „A Darker Shade of Magic“ so, auf das ich erst über Bella von „Noch mehr Bücher“ gekommen bin – und ich LIEBE es einfach!
    Generell finde ich es aber wirklich erschreckend, was manche Blogger so empfehlen und vor allem, welche abstrusen und total bescheuerten Weltbilder in diesen Büchern teilweise vermittelt werden. Da sollte man einfach sehr vorsichtig und sich seiner eigenen Verantwortung bewusst sein!

    Ganz liebe Grüße!

    • Julia Juni 18, 2017 at 9:58 am Antworten

      Liebe Mara
      Herzlichen Dank für das Kompliment <3! Das stimmt natürlich, dasselbe ist bei mir und Krimis. ich lese zwar viele Blogs, deren Blogger gerne Krimis lesen, aber das löst bei mir oft kein Kauf aus. Ich finde es immer schön, wenn man einen Blogger entdeckt, der denselben Büchergeschmack hat oder zumindest einen ähnlichen. Obwohl mein Geldbeutel das wohl ein wenig anders sieht 😀
      Ich habe "Vier Farben der Magie" gerade gestern abgebrochen, weil mir weder die Story noch die Charaktere mich packen konnten. Aber vielleicht versuch ich es später nochmal oder greife zum englischen Hörbuch zurück, dieses soll anscheinend wirklich gut sein und vielleicht wird mich dann die Geschichte mehr begeistern.
      Genau das finde ich auch. Seit der ganzen Diskussion achte ich mich bei meinen Büchern viel mehr darauf, was für ein Weltbild sie vermitteln. Kann ich es so "gefahrenlos" empfehlen? Für welche Zielgruppe ist es? Ist das wirklich altersgerecht? Solche Fragen gehen mir nun öfters durch den Kopf, was ich aber als eine positive Entwicklung ansehe 🙂
      Liebste Grüsse und einen schönen Sonntag
      Julia

  2. Isabella Juni 17, 2017 at 9:52 am Antworten

    Was für ein exzellenter Artikel, ich schäme mich gerade etwas, dass ich ihn erst jetzt gelesen habe 😀 Toll recherchiert, super ausführlich und er hat auch definitiv bei mir Anklang gefunden!
    Ganz eindeutig stimme ich euch zu: Man muss darüber nachdenken, wer die Rezension lesen und als potentieller Käufer in Frage kommen könnte. Auch die Situation bei Booktube ist mir (negativ) aufgefallen. Alle aufgezählten Booktuber – Katytastic, JesseTheReader, Sasha Alsberg, Tashapolis – habe ich zu irgendeinem Zeitpunkt mehr oder weniger intensiv geguckt. Mittlerweile schaue ich nur noch die ersten beiden Kanäle, gerade, weil Jesse und Kat noch als Einzige irgendwelche Individualität zeigen. Bei Sasha habe ich das Gefühl, dass durch ihre Bekanntheit ihr Selfpublishing-Projekt mit Lindsay Cummings eben erst bei einem Verlag untergekommen ist und sie ihren Kanal gar nicht mehr ernst nimmt… finde ich einfach schade, weil ich sie gerne mochte, aber ich habe keine Lust, mir Hauls mit zig Büchern anzuschauen, von denen der entsprechende Booktuber keines liest.
    Uuund weil ich mich gerade etwas in Rage rede (sorry für die Länge des Kommentars): Neben Jesse und Kat kann ich noch ganz klar emmmasbooks empfehlen, die wirklich fundierte Videos macht und einfach noch mit unglaublich viel Passion dahintersteckt <3
    Aber am Ende des Tages gilt für mich, dass die Buchwelt zum einen mein Kaufverhalten (bis zu einem gewissen Grad) beeinflusst, viel mehr aber die Art und Weise, wie ich Neuerscheinungen/Buchhandlungen sehe. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll – aber das gehört eben dazu, wenn man aktiv hier unterwegs ist. 🙂
    So, genug geplappert. Noch einmal Hut ab für den tollen Post!

    Alles Liebe,
    Isabella

    • Julia Juni 18, 2017 at 9:51 am Antworten

      Liebe Isabella
      Wow! Herzlichen Dank für dein Kompliment und den ausführlichen Kommentar! <3 Es freut uns sehr dass der Beitrag so gut ankommt, so ist es gleich viel motivierender und man setzt sich mit mehr Energie an den nächsten Beitrag 🙂
      Auf Booktube bin ich nur wenig unterwegs, habe aber wegen diesem Beitrag nun die ein paar Videos geschaut und mir fiel der Einheitsbrei sofort ins Auge. Bei manchen sieht man die Lustlosigkeit gleich an, wie sie einfach die Bücher in die Höhe halten und runterrattern um was es geht. Bei Buchbloggern sind Kooperationen auch immer beliebter, aber hier habe ich weniger das Gefühl, dass man es nur wegen des Geldes oder einer anderen Gegenleistung macht. Ich hoffe diese Individualität bleibt so bestehen, wäre furchtbar schade wenn uns dasselbe Schicksal wie Booktube treffen würde und der Einheitsbrei überall zu lesen ist. Danke für die Booktuberin Empfehlung, die werd ich mir gleich mal anschauen! 🙂
      Findest du es denn eher negativ, dass du Neuerscheinungen anders betrachtest wegen den Bloggens? Mein Kaufverhalten ist deutlich beeinflusst von Bloggern und auch mein Wissen über Autoren und Neuerscheinungen hat sich verändert, was ich einerseits sehr spannend finde, andererseits nervt es ein bisschen wenn man die Buchhandlung betritt und gleich jedes Buch schon mal irgendwo gesehen hat.
      Liebste Grüsse
      Julia

      • Isabella Juni 18, 2017 at 4:06 pm Antworten

        Hmm, das ist eine gute Frage — ich glaube, ich würde dir da zustimmen! Ich bin allerdings meistens eher frustriert, wenn ich ein Buch in der Buchhandlung auf dem Display sehe, von dem ich weiß, dass es totaler Mist ist. 😀 Im Grunde genommen mag ich es, auf Bücher zu treffen, die ich empfohlen gekriegt habe, andererseits habe ich dadurch auch ein bisschen die Kunst des „Stöberns“ verloren. Ich erinnere mich, als Kind einfach nur nach Cover und Kurzbeschreibung gegangen zu sein, und jetzt ist man da ein bisschen voreingenommener. 🙂
        Aber im Gegenzug — vielleicht ist das bei dir ja ähnlich — kann ich Freunden und Familie immer schon sagen, nach welchen Büchern sie (eher nicht) greifen sollen. Das ist doch ein Vorteil. 😀
        Alles Liebe und einen schönen Sonntag!
        Isabella

    • munderoon Juni 18, 2017 at 11:29 pm Antworten

      Hallo Isabella,
      ich dachte mir ich gebe auch nochmal meinen Senf dazu, da ich mich hauptsächlich im Zuge der Recherche für diesen Artikel eben mit den Booktubern beschäftigt habe – und ich sehe es exakt genau wie du! Seitdem Sasha ihr Buch in trockenen Tüchern hat promotet sie eigentlich nur noch. Da hat man schon nach dem ersten Satz keine Lust mehr…
      Bei Katytastic war ich absolut positiv von ihrer Pause überrascht und wie ehrlich sie damit umgeht. Lieber unregelmäßig posten und dafür ehrlich bei der Sache bleiben. Hut ab dafür, auch wenn das als einzige finanzielle Einnahmequelle bestimmt problematisch ist. Und Jesse ist in seinem Eifer einfach immer noch toll.
      Emma habe ich bisher nicht so viel geguckt, aber nach deiner Empfehlung werde ich da nochmal das ein oder andere Video checken.
      Vielen Dank für deinen Kommentar! <3
      Tabi

  3. Jacquy Juni 14, 2017 at 9:50 pm Antworten

    Sehr guter Artikel!
    Ich lasse mich von Blogs natürlich auch beeinflussen, sonst würde ich sie nicht lesen. Ich bin allerdings zum Glück niemand, der sofort jede Empfehlung kauft, sonst würde ich mit dem Lesen noch weniger hinterher kommen als sowieso schon 😀 Wenn ich in der Buchhandlung bin, denke ich aber schon bei den meisten Büchern daran, was ich darüber bisher so gelesen habe. Was „Paper Princess“ angeht habe ich mich aus der Diskussion zwar rausgehalten, weil ich das Buch nicht gelesen habe, aber alles fleißig verfolgt. Ich finde es auch wichtig, auf solche Inhalte hinzuweisen, damit man ein Buch nicht der falschen Zielgruppe empfiehlt und damit jeder weiß, worauf er sich dabei einlässt. Genau für sowas sind Rezensionen ja schließlich da und deshalb sollten solche Dinge auch eingebracht werden.
    Ich schaue auch super gerne Booktuber Videos, aber mich nervt es auch, dass man bei jedem die gleichen Bücher sieht. Gerade die Paid Promotions sind mir in letzter Zeit auch negativ aufgefallen. Ich bin total dafür, dass die Booktuber für ihre Arbeit bezahlt werden, aber ich möchte einfach nicht überall das gleiche sehen und erst recht nicht dann, wenn jeder dazu auch noch das Buch in den Himmel lobt, ohne es überhaupt gelesen zu haben. (Bei Thoughts on Tomes sieht man übrigens auch mal anderes, hauptsächlich Fantasy und SciFi und WhittyNovels kann ich noch sehr empfehlen :))

    Liebe Grüße!

    • Julia Juni 16, 2017 at 11:11 am Antworten

      Hey Jacquy!
      Danke für deinen tollen Kommentar 🙂 Meine To-Read Liste ist langsam auch am explodieren, weil ich so viele tolle Rezensionen lese und mir denke „Das könnte mir gefallen!“. Deshalb ist es auch wenig verwunderlich, wenn der SuB plötzlich in die Höhe schiesst und man den Überblick verliert 🙂
      Bei „Paper Princess“ habe ich mich bisher auch rausgehalten, aber wie du alles im Stillen mitverfolgt. Die Töne, die bei manchen angeschlagen wurde, fand ich teilweise wirklich schockierend. Seit der Diskussion mache ich mir beim rezensieren viel mehr Gedanken über das Gelesene und achte auf kritische Inhaltspunkte.
      Ich bin sehr wenig bei Booktube unterwegs, aber ich will das aber ändern. Allerdings verdirbt mir der Einheitsbrei etwas den Spass daran, deshalb bin ich auf gute Tipps sehr angewiesen 🙂 Also falls du noch weitere Vorschläge hast: Immer her damit!
      Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende
      Julia

  4. The Printrovert Juni 11, 2017 at 11:55 am Antworten

    „Wer von euch hat sich schon Red Rising wegen mir (Julia) gekauft? Na? Sehe ich verschämt stolze Blicke und in die Luft schellende Hände? Wusste ichs doch!“ – Ich fühle mich nur dezent angesprochen! ;D
    War für definitiv eine gute Entscheidung, auf deinen Rat zu hören!

    Ich fand den Artikel super aufschlussreich, manche Sachen habe ich so noch gar nicht betrachtet 🙂
    Ich hab mich früher tatsächlich selbst gefragt, wer Rezensionen eigentlich liest, aber mittlerweile weiß ic auch, dass es nicht nur andere Blogger sind, sondern man damit wirklich die Meinung von anderen Leuten beeinflusst – Irgendwo ist das auch Verantwortung, ehrlich und kritisch zu sein, gleichzeitig aber nicht zuuu hart. Immerhin steckt in den meisten Büchern wirklich Herzblut und das sollte man immer Anerkennen mMn.

    Liebste Grüße, Celine

    • Julia Juni 11, 2017 at 7:54 pm Antworten

      Liebe Celine
      Ha! Dann hatte ich mit meiner Behauptung wohl nicht ganz unrecht! 😀 Es würde mich ja schon mal interessieren, bei wem ich Mitschuld für den Kauf von Red Rising trage.
      Und vielen Dank für das Kompliment <3 Bei mir dauerte es auch eine Weile bis ich merkte, dass man als Blogger doch eine gewisse Reichweite hat und die Leser beeinflusst. Durch die derzeitigen Diskussionen in der Buchblogcommunity achte ich mich nun viel mehr beim Rezensieren, ob das Buch nun wirklich empfehlenswert ist oder nicht, falls ja für welche Zielgruppe etc. Ich habe zwar auch schon mal einen Verriss geschrieben und im Nachhinein hätte ich es wohl auch etwas anders formuliert, aber im Buch wurden eben einige Themen angesprochen und so unsensibel und falsch dargestellt, dass eine Sicherung bei mir durchbrannte. Ich finde Rants eigentlich in Ordnung, aber man muss Begründungen nennen und bestenfalls auch gleich noch was man anders hätte machen können.
      Liebe Grüsse
      Julia

  5. chaoskingdom Juni 11, 2017 at 8:55 am Antworten

    Was für ein unglaublich guter Artikel. Hab es sehr genossen die ganze „Misere“ zu lesen und muss einfach sagen, dass ich absolut eurer Meinung bin.
    Ich gucke allerdings nicht so viele amerikanische Booktuber, deswegen habe ich da keine Ahnung, aber ich kenne alle vorgestellten Mädels. Bin da eher im Deutschen unterwegs.
    Mich beeinflussen mehr nur bestimmte Personen. Nicht jeder Blogger. Nur Leute, die ich besser kenne und so.

    xoxo

    • Julia Juni 11, 2017 at 7:49 pm Antworten

      Hey Vera!
      Vielen Dank für das Kompliment 🙂 Ich bin auch weniger auf Booktube unterwegs und schaue selten Videos von englischen oder deutschen Booktubern.
      Das kann ich auch verstehen, mich beeinflussen vor allem auch Blogger, die denselben Lesegeschmack haben wie ich. Dann kann ich mir auch halbwegs sicher sein, dass mir das Buch gefallen wird.
      Liebe Grüsse und einen guten Start in die Woche,
      Julia

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