Dieses wundervolle Buch habe ich dank der Rezension von Charline entdeckt. Sie hat mich mit ihrer begeisterten Rezension sofort neugierig gemacht und ich wollte das Buch unbedingt lesen. Ausserdem schaue ich gerne Animes und bin deshalb auch ein grosser Japan Fan. Die kulturellen Unterschiede sind wirklich enorm und gerade deshalb wollte ich dieses Buch der japanischen Autorin Kanae Minato gerne lesen.


Klappentext

Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt. (Quelle: C.Bertelsmann)

Kurz-Info

• Autor: Kanae Minato
• Übersetzer: Sabine Lohmann
• Verlag: C.Bertelsmann
• Seiten: 270
• ISBN: 978-3-570-10290-9
• Genre: Roman, Thriller

Vielen Dank an den C.Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar!


zur Story

Die Geschichte beginnt mit einem Monolog der Lehrerin Yuko Moriguchi. Ich bin ein grosser Fan von Monologen, aber hier erschwerte es den Einstieg in die Geschichte. So musste ich doch ein paar Seiten warten, bis der versprochene Sog einsetzte. Da Moriguchi direkt zu ihren Schülern spricht, lockert sich der Monolog allmählich etwas auf, da sie scheinbar auf Fragen ihrer Schüler antwortet oder auf ihre Reaktionen eingeht. Ausserdem ist ihre Art, Schritt für Schritt die Ereignisse zu erzählen, ihre Vermutungen zu erläutern und ihre Gedankengänge nachzuvollziehen dann doch sehr packend und ich wollte immer mehr lesen.
Die Lehrerin Moriguchi blieb mir von den vielen Charakteren am besten in Erinnerung. Denn sie ist es, die die Handlung erst in Gang setzt. Auf ihr Geständniss folgt eine Kettenreaktion, die ich so nie erwartet hätte. Ich wusste zwar bereits aus Charlines Rezension, dass es einige Wendungen geben würde, aber die Art und Weise der Wendungen fand ich sehr faszinierend und überraschend. Die ein oder andere Überraschung wirkte dann aber doch etwas gewollt und ins Szene gesetzt, aber man wollte trotzdem weiter lesen und mehr erfahren, wie es dazu kommen konnte.

Da das Buch aus verschiedenen Sichtweisen geschrieben ist, erfährt man sehr viel über bestimmte Charaktere. Das gefiel mir ganz besonders im Buch. Statt einfach nur abzustempeln und Leute „böse“ zu nennen, erhält man einen tiefen Einblick in deren Psyche und wieso sie sich so verhalten. Der Umgang mit Rache, Stolz und purer Verrücktheit wird so sehr gut beleuchtet. Kanae Minato hat hier wirklich sehr gute Arbeit geleistet, da jedes Wort glaubwürdig erscheint.

Allerdings habe ich auch etwas zu bemängeln. Durch die vielen Sichtwechseln und der Monolog zu Beginn des Buches gibt es sehr wenige Dialoge. In der zweiten Hälfte des Buches nehmen diese zwar zu, aber ich hätte mir gerade zu Beginn des Buches mehr direkte Gespräche gewünscht. So wäre der Einstieg bestimmt leichter gefallen.

Fazit

Wer sich für Japan interessiert sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. Das Setting war absolut glaubwürdig, da die Namen auf japanisch übernommen wurden und man die kulturellen Unterschiede herauslesen kann. Die versprochene Sogwirkung tritt nach einem etwas schwierigem Einstieg ein, aber hat man diese paar Seiten hinter sich, geht es richtig los! Eine Wendung jagt die nächste und es nimmt zusehends an Spannung auf. Durch die verschiedenen Erzählstränge erfährt man viel über der Charaktere und so wird es noch intensiver. Von mir gibt es deutlich eine Lesempfehlung.

 

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Written by Julia

    8 Kommentare

  1. Claudia Bett Juni 4, 2017 at 1:29 pm Antworten

    Wie schön, dass Dir das Buch auch so gut gefallen hat. Für mich war es mein bisheriges Jahreshighlight, denn die verstörenden Einblicke in die japanische Leistungsgesellschaft und die verschiedenen Erzählperspektiven, in denen dieselben Ereignisse aus unterschiedlichen Sichtweisen geschildert werden, sodass der Leser sich immer wieder ein neues Bild machen muss und die Grenzen zwischen Gut und Böse immer mehr verschwimmen, haben mir ausgesprochen gut gefallen. Ein ganz grandioser Roman!
    Liebe Grüße
    Claudia

    • Julia Juni 4, 2017 at 5:42 pm Antworten

      Liebe Claudia
      Wow, besser hätte ich es nicht formulieren können! Mich haben die verschiedenen Erzählperspektiven auch sehr fasziniert und das führte auch zu der versprochenen Sogwirkung. Hätte man alles nur aus einer Sicht erfahren, hätte man die Geschichte zu einseitig miterlebt und hätte wichtige Faktoren und Gefühle nicht verstanden.
      Liebe Grüsse
      Julia

  2. Janna | KeJas-BlogBuch Mai 5, 2017 at 8:32 pm Antworten

    Ich darf wirklich keine Rezis mehr zu dem Buch lesen – seit der Messe liebäugle ich damit und immer mehr gute Kritiken erscheinen, Nr. 1 auf der WuLi ist es schon fast 😀

    Liebe Grüße
    Janna

    • Julia Mai 6, 2017 at 6:24 pm Antworten

      Hey Janna
      Das kann ich gut verstehen! Es ist wirklich interessant und nachdem Charline so davon geschwärmt hat musste ich es einfach haben. Hoffentlich gefällt es dir auch so gut wie mir 🙂
      Liebe Grüsse
      Julia

  3. Drachenleben Mai 5, 2017 at 3:47 pm Antworten

    Hallo Julia,

    jetzt hast du mich aber angefixt. Ich habe neben deiner Rezension auch noch die von Charline gelesen und muss das Buch nun auch unbedingt haben. Japan ist ein sehr interessantes Land und durch die vollkommen verschiedenen Kulturen gefallen mir die Settings meistens sehr gut, da sich schon die Grundhaltung zu vielen Dingen so sehr von unseren westlichen Vorstellungen unterscheidet.
    Meine Wunschliste meinte zwar, dass sie noch zusammenbricht, wenn ich nicht aufhöre mir ständig Buchtipps zu holen, aber naja, damit muss sie klarkommen^^
    Vielen Dank für den Tipp zum Wochenende und genieß die freien Tage.

    Drachige Grüße
    Noctana

    • Julia Mai 6, 2017 at 6:23 pm Antworten

      Hey Noctana
      Da gibt es kaum mehr zu sagen als: Ziel erreicht 😀
      Die Kultur von Japan und von uns hier in Europa ist extrem unterschiedlich, aber gerade deshalb auch sehr faszinierend. Deshalb möchte ich auch mal in dieses Land reisen und mir selbst ein Bild machen, wie die Leute dort so ticken 🙂
      Falls du dir das Buch holst wünsche ich dir schon jetzt viel Spass damit!
      Liebe Grüsse und schönes Wochenende
      Julia

  4. elizzy91 Mai 4, 2017 at 11:26 am Antworten

    Eine tolle Rezension, ich tue mich ja immer schwer mit japanischen Namen 😀 da verwechsle ich immer ziemlich viel!

    • Julia Mai 6, 2017 at 6:20 pm Antworten

      Hey Elizzy
      Vielen Dank 🙂 An japanischen Namen bin ich zum Glück schon etwas gewohnt durch Animes. Aber zu Beginn ist es wirklich etwas verwirrend.
      Liebe Grüsse
      Julia

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