Illuminati, Sakrileg, das verlorene Symbol, Inferno. Jeder Bücherwurm stolpert früher oder später über eines von Dan Browns Büchern. Ich machte bisher einen grossen Bogen um die Reihe über Robert Langdon, weil ich Thriller eigentlich gar nicht so mag. Aber eine Arbeitskollegin empfahl mir Inferno und nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, kaufte ich es gleich. Kleine Information vorneweg: Bei Inferno handelt es sich um den vierten Band der Robert Langdon Reihe, man kann die Bücher aber auch unabhängig voneinander lesen, da die Geschichte nicht zusammenhängt. Ich habe die drei Vorbände auch nicht gelesen und habe nicht das Gefühl, irgendetwas nicht verstanden zu haben, was möglicherweise in den Bändern zuvor geschehen war.


Klappentext

Mein Geschenk ist die Zukunft. Mein Geschenk ist die Erlösung. Mein Geschenk ist – Inferno. Robert Langdon ist zurück – und der Held aus Dan Browns Weltbestsellern ILLUMINATI, SAKRILEG und DAS VERLORENE SYMBOL hat sein wohl größtes  Abenteuer zu bestehen. Dante Alighieris „Inferno“, Teil seiner „Göttlichen Komödie“, gehört zu den geheimnisvollsten Schriften der Weltliteratur. Ein Text, der vielen Lesern noch heute Rätsel aufgibt. Um dieses Mysterium weiß auch Robert  Langdon, der Symbolforscher aus Harvard. Doch niemals hätte er geahnt, was in diesem siebenhundert Jahre alten Text schlummert. Gemeinsam mit der Ärztin Sienna Brooks macht sich Robert Langdon daran, das geheimnisvolle „Inferno“ zu  entschlüsseln. Aber schon bald muss er feststellen, dass die junge Frau ebenso viele Rätsel birgt wie Dantes Meisterwerk. Und erst auf seiner Jagd durch halb Europa, verfolgt von finsteren Mächten und skrupellosen Gegnern, wird ihm klar: Dantes Werk ist keine Fiktion. Es ist eine Prophezeiung. Eine Prophezeiung, die uns alle betrifft. Die alles verändern kann. Die Leben bringt. Oder den Tod.

Kurz-Info

• Autor: Dan Brown
• Übersetzer: Axel Merz, Rainer Schumacher
• Verlag: Bastei Lübbe
• Seiten: 688
• ISBN: 978-3785724804
• Genre: Thriller
• Reihe: Jein (Robert Langdon)


zur Story

Inferno ist von der ersten Seite an sehr spannend. Schon der Prolog zog mich in seinen Bann, denn Inferno beinhaltet genau die Themen, was mich brennend interessieren: Ein grössenwahnsinniger Wissenschaftler, ein tödliches Virus, die Überbevölkerung. Ich habe nicht die geringste Ahnung wieso, aber solche Themen ziehen mich magisch an. Grössenwahnsinnige Charaktere haben es mir seit dem Anime Death Note richtig angetan. Denn meistens haben sie das Herz am richtigen Fleck, werden dann aber einfach grössenwahnsinnig und wollen Gott spielen. Ich finde diese Charakterentwicklung sehr faszinierend und tausendmal spannender als dieses „Ich wurde von meinem Ehepartner betrogen jetzt brenn ich die Welt nieder.“

Was mich an Inferno besonders faszinierte war das Thema an sich: Überbevölkerung. Das Thema ist brandaktuell, laut Wikipedia lebten 2016 rund 7.5 Milliarden Menschen auf der Erde, Tendenz dramatisch steigend! Was kann man dagegen machen? Gibt es eine Lösung? In Dan Brown Inferno stellen sich auch die Buchcharaktere diese Frage, denn scheinbar hat ein verrücktes Genie eine Lösung gefunden. Ist es moralisch vertretbar, eine Anzahl an Menschen zu opfern, um die Menschheit zu retten? Soll und kann man einen Virus überhaupt irgendwie aufhalten? Diese Fragen beschäftigen mich nach wie vor, obwohl ich Inferno vor einigen Tagen beendet habe.

Ein weiterer sehr positiver Aspekt waren die geschichtlichen und künstlerischen Hintergründe. Wie Dan Brown gleich zu Beginn festhält, sind sämtliche Schauplätze, Kunstwerke und geschichtliche Ereignisse real. Das verleiht dem Thriller nochmal eine Spur Wahrheit und es scheint noch realer zu sein. Robert Langdon muss sich mit vielen Kunstwerken und Gedichten auseinander setzen und so lernen wir nicht nur mehr über die Pest, die vor ein paar Jahrhunderten Millionen von Menschen tötete, sondern lernen auch Dante Alighieri kennen und seine göttliche Komödie, die im Buch eine bedeutende Rolle spielt.

Leider hat jedes noch so geniale Buch der eine oder andere Fehler. Was meine Begeisterung etwas abdämpfte waren die letzten 100 Seiten. Diese waren zwar mit Action vollgepackt und die Spannung war kaum auszuhalten, aber ein Detail störte mich. Ich werde nicht genauer darauf eingehen, um euch nichts zu verraten. Aber dieses Detail war mir schlichtweg „Too much“. Dan Brown hat es eigentlich ganz gut drauf mit den Plottwists, aber dieser eine war einfach zu bizarr. Es scheint so, als ob Brown noch einmal zeigen wollte, wie sehr er einen hinters Licht führen kann. Das ist ihm zwar gelungen, aber es bleibt ein fader Beigeschmack. Der Schluss des Buches war dann zum Glück wieder etwas besser.

Schreibstil

Der Schreibstil von Dan Brown ist zwar spannend, aber man muss sich auch konzentrieren. Vor allem wenn er wieder über ein Kunstwerk oder wissenschaftliche Fakten spricht, muss man sich schon etwas Zeit lassen beim Lesen. Es ist zwar alles verständlich beschrieben, aber trotzdem konnte ich das Buch locker flockig vor dem Schlafen lesen. „Nur mal schnell ein Kapitel“ ging nicht, denn man musste sich schon in die Geschichte hineindenken.

Es wird stets in der 3. Person geschrieben, so erleben wir die Ereignisse von verschiedenen Personen und erfahren ihre Ängste, hinterhältige Gedanken und Gefühle. Inferno beginnt schon sehr packend, als Robert Langdon im Krankenhaus aufwacht, ohne eine Erinnerung der letzten Tage. Da sind plötzlich Leute, die ihn versuchen zu ermorden und es scheint so als ob der ganze Staat hinter ihm her sei. Trotz der vielen Seiten bleibt das Buch durchgehend spannend, ich konnte es kaum erwarten das Buch ENDLICH weiterzulesen und das Rätsel mitzulösen.

Fazit

Halten wir also nochmals fest: Ein grössenwahnsinniger Wissenschaftler, ein tödliches Virus, ein Protagonist, der vom Staat gejagt wird, geschichtliche Hintergründe und Informationen über Dante Alighieri, Überbevölkerung und die Lösung dazu. Eine perfekte Mischung, die man einfach lesen muss und kaum aus den Händen legen kann. Trotz des kleinen Dämpfers gegen Ende hin, bin ich sehr zufrieden mit dem Buch. Ich will nun unbedingt die anderen Robert Langdon Bücher auch noch lesen.
Ich spiele auch tatsächlich mit dem Gedanken, Dantes göttliche Komödie zu lesen. Ich schrecke aber noch ein bisschen davor zurück und frage mich, ob es nicht etwa zu hoch für mich ist. Ausserdem ist alles in Gedichtform geschrieben, auch eher nicht meine Genre. Zurück aber zu Inferno. Falls ihr komplette Dan Brown Anfänger wie ich seid, kann ich euch das Buch nur empfehlen. Ich werde auf jeden Fall seine anderen Bücher auch noch lesen und vielleicht sehe ich dann einen Zusammenhang zwischen den Büchern, aber soweit ich weiss könnte man die Bücher kreuz und quer lesen.

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Written by Julia

    6 Kommentare

  1. -Leselust- April 27, 2017 at 9:35 pm Antworten

    Hallo Julia.
    Ich bin ja seit dem ersten Buch Fan der Reihe und habe sie alle verschlungen. Gerade das Hintergrundwissen über Kunst und Wissenschaft mag ich an diesen Büchern besonders. Und, dass die Schauplätze so toll beschrieben sind. In Florenz war ich vor nicht all zu langer Zeit auch und beim Lesen von Inferno fand ich es so toll immer die Plätze zu erkennen. Ich hab mich dann immer gefreut und ganz hubbelig in meinem Sessel gesessen und gedacht „da war ich auch schon!“. 🙂
    Hoffentlich gefallen dir die anderen Bücher auch so gut. Ich find sie alle echt toll. Und falls du sie jetzt alle gleich verschlingst hab ich noch ne gute Nachricht für dich: im Herbst kommt ein neuer Dan Brown Roman mit Robert Langdon raus! 🙂
    Liebe Grüße, Julia

    • Julia April 30, 2017 at 8:07 pm Antworten

      Liebe Julia
      Das glaube ich dir sofort! Ich werde seine Bücher aber lieber häppchenweise lesen, also mir noch etwas Zeit lassen. Aber man weiss ja nie, mein Lesetempo ist gerade sehr schnell und ich verschlinge ein Buch nach dem anderen, also habe ich die Bücher vielleicht doch bis im Herbst gelesen, damit ich mir gleich sein neues Buch schnappen kann 🙂
      Liebste Grüsse und einen schönen Sonntagabend
      Julia

  2. fraggle April 27, 2017 at 11:03 am Antworten

    Ich bin ja nach wie vor der Meinung, dass „Meteor“ Browns bestes Buch ist, aber die Robert-Langdon-Reihe kann man auch gut lesen. 😉 Bei „Inferno“ hat mich in erster Linie der Amnesie-Ansatz zu Beginn gestört, weil ich den mittlerweile irgendwie abgenutzt finde. Und es hat erschreckend viele komplett leere Seiten. 🙂 Abgesehen davon gefiel mir das temporeiche Buch mit zusätzlicher Wissensvermittlung à la Schätzing aber ziemlich gut.

    • Julia April 30, 2017 at 8:00 pm Antworten

      Da kann ich nur zustimmen, Amnesie wurde einfach schon zu oft durchgekaut und wirkte etwas unkreativ im Gegensatz zum restlichen Teil des Buches. „Meteor“ habe ich noch nicht gelesen, aber ich habe schon gehört, dass es zu seinen besten Büchern gehört 🙂

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