Der letzte Teil der Trilogie erschien letztes Jahr im November, ganz still und heimlich. Ohne die Anna von Buchstabenträumerei, wäre es komplett an mir vorbeigegangen. Ich bin ein grosser Fan der Endgame Reihe und verschlang Band 1 und 2 innert weniger Tage und konnte es kaum erwarten, das Finale in meinen Händen zu halten. Leider konnte mich der letzte Band nicht überzeugen. ACHTUNG: HIERBEI HANDELT ES SICH UM DEN DRITTEN BAND! SPOILFERGEFAHR ZU ENDGAME BAND 1 UND 2!


Klappentext

Dunkelheit, Kälte, verwüstete Landschaften. Nur fünf Spieler haben Endgame überlebt. Die Bedingungen sind mörderisch. Bei den Pyramiden von Gizeh kommt es zum alles entscheidenden Kampf. Wer wird ihn gewinnen? Die Spieler oder das Spiel? Denn die Menschheit kann nur gerettet werden, wenn sich alle der Brutalität von Endgame verweigern und aus dem Spiel aussteigen.

Kurz-Info

• Autor: James Frey
• Verlag: Oetinger
• Seiten: 592
• ISBN: 978-3789104046
• Genre: YA, Dystopie
• Reihe: Ja, Endgame Band 3


zur Story

Der Einstieg ist so rasant wie in den anderen Büchern. James Frey verzichtet auf Wiederholungen und Erklärungen, was im letzten Band passiert ist. Denn Endgame läuft und wartet auf niemanden. Gerade weil hier die Sicht aus sehr vielen verschiedenen Charakteren besteht, hätte ich mir zu Beginn des Buches gerne eine kleine Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse gewünscht. Wiederholungen passen nicht zum Schreibstil des Autors und die Spieler haben wohl weit besseres zu tun, als der Vergangenheit nachzuträumen. Aber als Leser ist man so etwas aufgeschmissen und muss sich selbst Zusammenfassungen raussuchen oder wie in meinem Fall: Das Ende von Endgame – Die Hoffnung nochmals lesen.

Es gibt vieles, was mich an diesem Finale störte. Aber was ich an James Frey nach wie vor wirklich schätze: Der Umgang mit dem Tod. Manche Charaktere hat man wahnsinnig lieb gewonnen und von der einen Sekunde auf die andere sind sie tot. Kein gefühlsduseliger Abschied, keine herzerwärmenden letzte Worte. Leute sterben von der einen Sekunde auf die andere. Ein solcher Umgang mit dem Sterben findet man in den wenigsten Jugendbüchern oder Dystopien, meistens bekommt jeder eine epische Schlacht und einen tragischen Tod und während man am verbluten ist, hat man aber selbstverständlich noch Zeit für einen 10 Minuten Dialog.

Kommen wir zu den Dingen, die mich an diesem Band gestört haben. Die Charaktere treten in diesem Band völlig in den Hintergrund. Während man im ersten und zweiten Band die Hoffnung und die Hilflosigkeit der Spieler beinahe spüren konnte, liessen mich deren Gefühle bei diesem Band kalt. Während ich Sarah, Jago und Shari in Band 1 und 2 sehr mochte, liessen mich die Ereignisse hier völlig kalt. Die konstante Spannung von den Vorgängern war verschwunden, die Luft war raus. Vielleicht merkte das auch James Frey und spurtete deshalb dem Ende entgegen. Während ich den ersten Band von Endgame kaum aus der Hand legen konnte, war ich beim grossen Finale stellenweise gelangweilt.

Kommen wir zum Ende. James Frey hat mich wirklich enttäuscht. Das Ende hatte ich zwar so in etwa erwartet, aber ich hoffte inständig darauf, dass Frey nochmals einen Trumpf aus seinem Ärmel schüttelt und uns alle vor den Kopf stösst. Die ganze Endgame Reihe ist brutal und meistens kommt es völlig anders, als man denkt. Aber gerade beim Finale konnte mich der Autor nicht mehr überraschen. Das finde ich wahnsinnig schade, denn ich freute mich wirklich auf ein anderes Ende. Nicht dieses Standardende, dass man so häufig in Dystopien zu lesen bekommt. Hier hätte es definitiv mehr Potenzial gegeben

Fazit

Endgame – Die Entscheidung (welche Entscheidung überhaupt?!) konnte mich leider nicht überzeugen. Natürlich waren meine Erwartungen wegen den beiden Vorgängern entsprechend hoch, deshalb war ich über diese Wendung, die die Geschichte nahm, nicht gerade glücklich. Das „grosse Finale“ konnte mich zwar unterhalten, aber das gewünschte Gefühl unbedingt weiter lesen zu wollen, hat sich nie eingesetzt. James Frey hätte hier definitiv mehr machen können. Alles in allem finde ich die Endgame Trilogie nach wie vor sehr gut, bis eben auf den letzten Band.

 

Weitere Rezensionen
Buchstabenträumerei

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Written by Julia

    4 Kommentare

  1. Sara Mai 11, 2017 at 11:38 pm Antworten

    Hey,
    ich habe das Buch letztes Weihnachten gelesen. Bei den ersten Teilen fand ich Frey’s gnadenloser Umgang mit “seinen Opfern” auch unglaublich faszinierend. Aber mir ging es beim letzten Band wie dir, ich war etwas stinkig ein/zwei Toden, die einfach in ein paar trockene Sätze gepackt wurden. Und mir hat auch einfach der WOW Effekt am Schluss gefehlt (den ich bei Teil 1 und 2 immer hatte).. ich finde, dass das Ende die ganze Geschichte auch nicht gut abrundet. Das Buch hat mich wirklich enttäuscht, weil ich das Gefühl hatte, dass das ganze Endgame nur für die Katz war.
    LG Sara

    • Julia Mai 14, 2017 at 8:42 pm Antworten

      Liebe Sara
      Da muss ich dir leider zustimmen. Dieses Ende lässt einem einfach sprachlos zurück, allerdings im negativen Sinne, weil man sich mehr erhofft hatte. Ich finde es wirklich sehr schade, vor allem da mir Band 1 und 2 so gut gefallen haben. Es gab zwar zwei Tode, die mich im letzten Teil mehr als schockierten, aber es war so unspektakulär und seltsam, dass ich nach ein paar Seiten schon daran gewohnt war. Leider ein wirklich enttäuschendes Ende 🙁
      Liebe Grüsse
      Julia

  2. Worte sind Wind März 26, 2017 at 3:49 pm Antworten

    Oh Gott ich hab das Release von dem dritten Band wohl auch komplett verpasst, wollte ihn auch unbedingt lesen. Obwohl ich jetzt etwas skeptisch bin und nicht ganz so aufgeregt mehr. Ich denke trotzdem, dass ich ihn lesen werde, einfach um einen Abschluss zu finden. Danke für die tolle Rezension!
    Lg Moana

    • Julia März 26, 2017 at 4:34 pm Antworten

      Hey Moana
      Es wurde auch fast keine Werbung dafür gemacht, deshalb haben es wohl einige einfach verpasst. Vielleicht ist es gerade gut, wenn du nicht mit allzu hohen Erwartungen an das Buch heran gehst, dann gefällt es dir vielleicht besser 🙂
      Liebe Grüsse
      Julia

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