Ich muss gestehen, dass ich leider erst durch den Tod des Autors Richard Adams auf das Buch aufmerksam wurde. Allerdings wurde sofort mein Interesse geweckt und das Buch wanderte auf meine Leseliste.  So wie es der Zufall will hat mir mein Cousin nur wenige Tage später das Buch zum Lesen angeboten, was ich natürlich nicht ablehnen konnte.


Klappentext

Die weltbekannte Saga vom Exodus der Kaninchen: Der junge Fiver spürt, dass seinem Volk das Verderben droht. Nur seine engsten Freunde kann er überreden, mit ihm das Kaninchengehege zu verlassen und sich auf die Suche nach einer neuen Heimat zu machen. Was sie unterwegs durchleben, ist so beispielhaft wie fesselnd: zahllose Abenteuer, Meuterei, Treuebruch und Heldentum, Schlachten mit hohem Blutzoll – und schliesslich der glückliche Einzug ins Land der Freiheit und des Friedens.

Kurz-Info

• Autor: Richard Adams
• Verlag: List TB
• Seiten: 654
• Genre: Roman


zur Story

Der Einstieg fiel mir schwer, da ich mich zunächst an die Charaktere, Wildkaninchen, gewöhnen musste. Hazel und Fiver leben in einem Bau mit zahlreichen anderen Kaninchen. Die ersten paar Seiten wirken chaotisch, da man sich zuerst an die verschiedenen Namen und dem System zurecht finden muss.
Bevor ich aber zu Lesen begann, befürchtete ich, dass die Hasen zu sehr vermenschlicht werden, das war zum Glück nicht der Fall. Sie haben nach wie vor natürliche Instinkte: Fressen, bei Gefahr flüchten, verstecken, schlafen, paaren. Obwohl gewisse Hasen wie Hazel intelligenter wirken als andere, ist man sich stets bewusst, dass es eben Hasen sind. Sie verstehen beispielsweise nicht, wieso ein Boot auf dem Fluss schwimmen kann ohne zu sinken. Das Konzept Boot ist ihnen völlig fremd. Strassen sind für sie Teerwege, auf denen Menschen mit lauten, tödlichen Dingen aus dem nichts auftauchen und Hasen töten.

Die Geschichte ist anfangs etwas zäh und man muss sich durchbeissen. Irgendwann kommt allerdings richtig Spannung auf und als ich die Hälfte des Buches überschritten hatte, wollte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen. Während man sich zunächst oft fragt „Was kommt jetzt noch?“, hat Richard Adams immer neue Probleme eingeflochten, die die Kaninchen überwinden müssen. Der Fokus liegt bei den Kaninchen Fiver und Hazel, später werden aber auch andere Kaninchen sehr wichtig wie beispielsweise Dandelion oder Bigwig.

Charaktere

Fiver und Hazel hab ich sofort in mein Herz geschlossen. Hazel ist sehr klug, ist aber körperlich anderen Hasen weitaus unterlegen. Das hält ihn aber nicht davon ab, sie zu überzeugen und Mut zu machen. Dank seiner Intelligenz gewinnt er den Respekt der anderen Kaninchen und irgendwann vertrauen sie ihm blind. Die Verantwortung ist sich Hazel durchaus bewusst und er versucht stets die beste Lösung für alle zu finden. Ausserdem erkennt er, dass es von Vorteil sei kann, sich mit anderen Tieren anzufreunden wie beispielsweise Möwen oder Mäuse. Hazel wird oft für ein Spinner gehalten und muss seine Autorität immer wieder aufs neue beweisen.

Die Charakterentwicklungen scheinen zwar begrenzt zu sein, aber hingegen meiner Erwartung beobachtete ich diese Entwicklung bei erstaunlich vielen Hasen. Die meisten denken zu Beginn der Geschichte, dass nur der Stärkere überlebt und Stärke über Intelligenz steht. Hazel schafft es allerdings, diesen Eindruck bei allen zu widerlegen. Bei Bigwig ist die Charakterentwicklung ebenfalls besonders gut mitanzusehen und er entwickelte sich ebenfalls zu meinen Lieblingen im Buch.

Schreibstil

Nachdem man sich eingelesen hat, liest sich das Buch sehr angenehm. Die Kaninchensprache bereitete mir zwar oft Mühe, da ich mit den Begriffen nichts anfangen konnte. Daran gewöhnt man sich allerdings und erkennt irgendwann, was die Kaninchen meinen.
Obwohl Richard Adams oft widerspricht und sein Buch als eine simple Geschichte über Kaninchen bezeichnet, erkennt man trotzdem einige gesellschaftliche Systeme und Aspekte von heute.

Fazit

Man muss stellenweise etwas Durchhaltevermögen zeigen, aber irgendwann wird die Geschichte über die Hasen richtig spannend. Ich wusste nie wie das Buch ausgehen und wohin die Reise gehen wird. Mir war nicht bewusst, dass ich eine Geschichte über Kaninchen so sehr mögen würde. Ob man nun Unten am Fluss als eine Parabel oder einfach als Geschichte über Kaninchen bezeichnet sei jedem selbst überlassen. Ich finde die Geschichte wegen den vielen verschiedenen Charakteren und deren Entwicklung absolut empfehlenswert.

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Written by Julia

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