Ich wollte dieses Buch nicht lesen. Wirklich nicht. Ich liebe Red Rising, der komplexe Weltenbau, die gut durchdachten Charakteren, die moderne Technologie, die blutigen Schlachten. Ich wollte nicht das es endet. Ich wollte noch länger in dieser brutalen Welt leben, gemeinsam mit Darrow und Sevro in die Schlacht ziehen und meine Freunde bis aufs Blut verteidigen. Aber leider müssen alle guten Dinge zu Ende gehen, oder nicht?

ACHTUNG: ENTHÄLT SPOILER ZU BAND 1 UND 2 VON RED RISING!

Bisherige Rezensionen:
Red Rising (Band 1)
Red Rising – Im Haus der Feinde (Band 2)


Klappentext

Um eine unmenschliche und grausame Gesellschaft zu stürzen, ist der Minenarbeiter Darrow selbst zum Goldenen, zum Mitglied der verhassten Oberschicht, geworden. Doch jetzt wurde sein Geheimnis entdeckt und er schwebt in tödlicher Gefahr. Wenn er sein Ziel erreichen will, muss er alles riskieren.

Kurz-Info

• Autor: Pierce Brown
• Verlag: Heyne
• Seiten: 656
• Genre: Sci-Fi,
• Reihe: Red Rising, Band 3
• Fortsetzung von: Red Rising – Im Haus der Feinde


Zur Story

Nach dem Cliffhanger in Band 2 hatte ich keine Ahnung wie es nun weiter gehen sollte. Ares ist tot, Darrow in Gefangenschaft. Gleich auf den ersten paar Seiten wird klar: Darrow sitzt in der Scheisse. Verdammt tief sogar. Darrow wäre aber nicht Darrow, wenn er keinen Ausweg finden würde.
Davon war ich zumindest tief überzeugt, aber dieser finale Band hat es in sich. An manchen Stellen schüttelt man den Kopf und denkt, es sei das Ende. Man beginnt zu zweifeln, und das war für mich das Schlimmste an den ganzen Sache.

In diesem Band beginnt also der Krieg gegen die Weltengesellschaft. Man hat kaum Zeit zum Luftholen, denn Pierce Brown weiss, wie man Spannung erzeugt und diese gekonnt einsetzt. Plottwist hier, Schlacht da, wieder ein Plottwist. Die Spannung lässt nie ab und nur mit Mühe konnte ich das Buch zur Seite legen. Dieses Buch war immer in meinen Gedanken, ich freute mich auf jede Leseminute, obwohl ich wusste, das Pierce Brown irgendetwas geplant hat.

Charaktere

Red Rising hat unglaublich viele starke, komplexe Charaktere. Darrow, Sevro, Ragnar, Mustang, Victra, der Schakal,  Cassius. Eigentlich könnte ich jeden Charakter auflisten. Denn Pierce Brown hat jeden Charakter einzigartig gemacht und jeder Figur wirklich einen Charakter gegeben. Was mir in diesem Band besonders gut gefallen hat und auch in der Dankesrede von Brown zu lesen ist, dass der Fokus in diesem Band nicht auf Darrow, sondern auf seine Mitstreiter gerichtet ist. Denn ohne Mustang, Sevro, Telemanus, Victra etc. hätte Darrow das Ganze nie geschafft.

Besonders Mustang konnte mich nochmal richtig überzeugen in diesem Band. Im ersten Band war ich ihr recht kritisch gestimmt. Aber sie ist und bleibt eine kluge Frau, die richtig auf den Kasten hauen kann. Bei ihr wirkt alles natürlich, sie weiss was sie kann und wo ihre Stärken liegen. Sie weiss, wie klug sie ist und wie sie das am Besten einsetzt. Ihr ganzes Wesen ist sehr authentisch, man denkt sich nicht “Uff, das ist jetzt sehr weit her geholt!”. Man kann jeder ihrer Gedankenzüge nachvollziehen und denkt “Ja, das ist wirklich logisch!” und das liebe ich so an Mustang. Sie ist wie Sevro sehr loyal, hat aber ein bisschen mehr Grips im Kopf und weiss wie sie ihre Gegner manipulieren kann.

Darrow ist der Protagonist, im selben Moment aber auch Antagonist. Der Kerl geht über Leichen um sein Ziel zu erreichen. Und damit meine ich nicht ein oder zwei Menschen, die er nebenbei tötet um seine Freunde von einer Kugel zu bewahren. Wegen Darrow kam es zu diesem Krieg und er kämpft an vorderster Front. Er tötet zehntausenden von Menschen du er weiss das. Er leidet darunter, weiss aber genau dass es notwendig ist. Die grausame Wahrheit will man nicht immer akzeptieren, denkt sich, es gibt einen anderen Weg. Aber manchmal verstehen die Menschen nur eine Sprache.

Wisst ihr, was ich an Red Rising so unglaublich bewundere? Ich habe noch nie von so einer Freundschaft wie Darrow und Sevro gelesen. Sevro ist das Sinnbild für Loyalität und Freundschaft. Wie gerne hätte ich so einen Freund wie ihn. Ja er ist ein kleiner Scheisskerl, aber er wird immer da sein um Darrow aus der Klemme zu helfen. Während alle anderen den Glauben an Darrow verloren haben, wurde Sevros Glaube gestärkt. Loyalität bedeutet ihm alles. Dafür gehört Sevro zu Darrows Familie. In seinen dunkelsten und aussichtslosen Zeiten sehnt er sich nach seiner Familie, sehnt sich nach Sevro. Ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr mir die Beiden ans Herz gewachsen sind.

Fazit

Ich denke es ist ziemlich offensichtlich, dass ich diese Reihe liebe. Und wisst ihr was? Sie gehört zu meinen absoluten Lieblingen. Es schon ein Weilchen her, als mich eine Reihe so überzeugen konnte. Red Rising hat in meinem Bücherregal einen Ehrenplatz verdient. Sollte das Haus brennen, rette ich diese Bücher zuerst. Die Bücher geniessen nicht umsonst einen so grossen Hype.

Red Rising – Tag der Entscheidung ist ein würdiger Abschluss, obwohl ich mit dem Ende nicht ganz zufrieden bin. Pierce Brown musste natürlich die letzten 100 Seiten nochmal Gas geben. Es gab eine Sache, die mich mächtig gestört hat und so klappte ich das Buch zunächst enttäuscht und beinahe wütend zu. Aber keine zwei Stunden später überkam mich wieder dieses Fangirl-Gefühl. Das schlimmste am ganzen Band? Red Rising ist beendet. Die Geschichte ist zu Ende erzählt. Aber glaubt mir wenn ich sage, dass mich die Bücher noch eine ziemlich lange Zeit begleiten werden. Darrow hat sich schon im ersten Band zu meinen absoluten Lieblingscharakteren gekämpft, gefolgt von Sevro und den anderen Heulern.

Kleiner Extratipp: Falls ihr gerne während dem Lesen Musik hört, empfehle ich euch Two Steps From Hell. Besonders das Lied Archangel oder Strentgh of a thousand men passen perfekt zu Red Rising. Als ich die Lieder zum ersten Mal hörte (vielen Dank an dieser Stelle an Bücherkrähe), musste ich sofort an diese Trilogie denken. Seither höre ich das Lied rauf und runter.

Rezensionen von Bloggern:

Zeit zu Lesen  (Lest den Beitrag, selbst wenn ich noch kein Red Rising Fan seid!)
Buchsichten
His and her books

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Written by Julia

    2 Kommentare

  1. Kati November 5, 2016 at 8:43 am Antworten

    Servus liebe Julia,
    hach, es freut mich sehr, eine Gleichgesinnte bei der Reihe gefunden zu haben! Red Rising zählt auch für mich zu einer der besten Reihen, einfach weil sie mich von der allerersten bis zur letzten Seite komplett gefesselt hat. Ich liebe es ja, wenn Bücher einen so sehr in den Bann ziehen. Was die Freundschaft von Darrow und Sevro angeht, stimme ich absolut mit Dir überein. Nicht oft findet man in Büchern eine so enge und intensive Freundschaft zwischen zwei Männern. Ich hab auch bis zum Ende des letzten Bandes gebibbert, wer denn alles überlebt, denn zwischendrin war es ein bisschen wie bei GoT und man fragt sich, wer am Ende noch übrig bleibt.
    Du sprichst auch den Krieg an. Das ist so das einzige, wo ich echt ab und zu geschluckt habe, denn das Buch ist schon sehr brutal und es sterben so viele Menschen. Manchmal frage ich mich dann, ob es gut ist sowas in Büchern zu schreiben als Fiktion, denn es erinnert so sehr an vergangene Kriege und ich habe hin und wieder Angst, dass es dadurch weniger schrecklich wirkt, so “normal”. Aber das darf es nicht. Hm, ich glaub ich kann mich gerade nicht ausdrücken 😉 ich hatte noch keinen Kaffee.

    Fazit: genialer Abschluss, erstklassige Reihe (die ich fast nicht weitergelesen hätte, da im Gegenzug zu Band 2 & 3 mit Band 1 nicht ganz so überzeugen konnte).

    Dir ganz lieben Dank ♥ fürs Verlinken!!

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende
    LG, Kati

    • Julia November 6, 2016 at 2:18 pm Antworten

      Liebe Kati
      Ich liebe es auch wenn Bücher mich SO sehr begeistern können. Inzwischen gibt es einige Red Rising Liebaber und das hat die Reihe auch durchaus verdient! Band 1 fand ich sehr gut, aber er ist erstaunlicherweise wirklich der schwächste Band der Reihe!
      Ich verstehe was du meinst mit dem Krieg. Krieg ist schrecklich. Ich finde Pierce Brown hat das ganze aber noch ganz gut hingekriegt. Man liest selbst wie schlimm der Krieg ist und wie schrecklich das Ganze ist. Darrow fällt es ja auch nicht gerade schwer Millionen von Menschen zu zerstören. Abgesehen vom Schakal, dem scheint alles egal zu sein. Ich finde es gut dass es “eigentlich” kein schwarz oder weiss im Buch gab, da Darrow glaubte man kann jeden überzeugen und versucht es zuerst mit Worten. Bsp. war ja ein Freund von ihm (Ich nenn seinen Namen nicht wegen Spoilern 😉 ) ein Verräter, der aber eigentlich auch nur für das kämpfte, was er für richtig hielt. Macht das, was ich schreibe überhaupt einen Sinn? Naja, ich hoffe du verstehst was ich meine.
      Liebe Grüsse und noch einen schönen Sonntag
      Julia

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