Andere Buchblogger bekamen Plötzlich Banshee zum Vorablesen und schwärmten sehr davon. Natürlich wurde ich neugierig und kaufte es mir mehr oder weniger spontan in der Buchhandlung und war ganz gespannt auf die Geschichte der tollpatschigen Banshee. Leider hat das Buch seine Schwächen, weswegen es mich nicht überzeugen konnte.


Klappentext

Alana ist eine Banshee, eine Todesfee der irischen Mythologie. Sie sieht über dem Kopf jedes Menschen eine rückwärts laufende Uhr, die in roten Ziffern die noch verbleibenden Monate, Tage, Stunden und Minuten seiner Lebenszeit anzeigt. Da Banshees in dem Ruf stehen, Unglück zu bringen, bleibt sie lieber für sich. Allerdings gestaltet sich das gar nicht so einfach, denn Alana kreischt automatisch in bester Banshee-Manier wie eine Sirene los, wenn ihr ein Mensch begegnet, der in den nächsten Tagen sterben wird. Doch dann tauchen in Santa Fe mehrere Leichen auf, die Alana ins Visier des attraktiven Detectives Dylan Shane geraten lassen. Kann sie das Geheimnis der dunklen Sekte lüften, die scheinbar magische Wesen sammelt? Und werden sowohl Detective Shane als auch ihr bester Freund Clay den Kontakt mit Alana überleben?

Kurz-Info

• Autor: Nina McKay
• Verlag: IVI
• Seiten: 395
• Genre: Mystery


Zur Story

Ich mag magische Wesen, seien es Elfen, Feen, Drachen oder Pixies. Von solchen Dingen hat das Buch mehr als genug, allerdings war mir das ganze einfach zu surreal. So ziemlich jeder im Buch ist eine Elfe oder Fee. Der Oberbegriff reicht natürlich nicht, nein nein, es müssen Wasserelfen, Waldelfen, Feuerelfen und andere Viecher sein. Manche von ihnen sind total overpowered, beispielsweise können Feuerelfen das Feuer kontrollieren, während Wasserelfen was können? Richtig! Sich in einen Seelöwen verwandeln!

Die Story war auch etwas langezogen. Man hätte die Hälfte des Buches weglassen können, da viele Situationen einfach furchtbar in die Länge gezogen wurden. Alana forscht und forscht und forscht und kommt in ihren “Ermittlungen” kaum weiter. Dann hat sie ein Date mit Dylan und rettet irgendjemandem das Leben und forscht weiter.

Schreibstil

Mit Nina McKay wurde ich leider nicht warm. Jeder zweite Satz begann mit “Okay” und das Tempo war zu Beginn einfach viel zu schnell. “Alana du bist eine Banshee und oh hey heisser Polizist und oh wow Morde und ochje Weltuntergang”. Hä? Oben schrieb sie doch, dass es in die Länge gezogen war? Richtig, denn manche Kapitel, vor allem gegen Ende des Buches, waren beinahe in Zeitlupe geschrieben. Nur am Anfang hatte die Autorin einen Affenzahn drauf, doch dann wurde alles ruhiger.

Charaktere

Legen wir mit Alana los, der Protagonistin und Banshee. Sie sieht seit ihrer Kindheit die Todeszahlen anderer Menschen, manchmal schreit sie auch wie eine Verrückte wenn jemand bald sterben wird. Schon seltsam oder? Allerdings akzeptiert sie diese Tatsache sehr gut, bis man ihr sagt, sie sei eine Banshee. Endlich hat sie ein Namen für die Geschehnisse und sie streitet alles ab. Alana ein Banshee? UNMÖGLICH! Das ganze Buch hinweg bleibt sie ein kleines Naivchen, was mich sehr störte. Ihre Tollpatschigkeit war zwar begründet, allerdings einfach eine Spur zu viel.

Dylan, lieber doofer Dylan. Der Typ war mir vom ersten Satz an direkt unsympathisch. Aber es ist schliesslich heiss und hat Muskeln, also mag Alana ihn. Wieso? Na eben: Muskeln. Als Alana ihm wirre Theorien erzählt über Sekten, die ein Ritual durchführen wollen und deshalb so viele Menschen verschwinden, glaubt Dylan ihr sofort. Ohne jegliche Beweise. Jungchen, du bist Polizist. Sollte es nicht dein Job sein, Beweise zu sichern?

Das ganze Angeschmachte der beiden ging mir auch ziemlich auf den Keks. Mag Alana ihn nun oder nicht? Es ist dieses “Ich verabscheue ihn” zu “Ach man ich vermisse ihn” innerhalb von drei Sätzen. Vielleicht liegt es daran, das ich schon länger kein solches Gefühlschaos mehr hatte (zweijährige Beziehung sei Dank), aber Alana ging mir mit ihrem Getue richtig auf die Nerven.

Das Auftauchen eines weiteren Charakters fand ich sehr seltsam, er taucht einfach aus dem Nichts auf. Das Seltsamste: Es akzeptieren alle. Sie nehmen es einfach so hin, hinterfragen es nur oberflächlich und spätestens eine Seite später ist das ganze vergessen.

Fazit

Nach all den positiven Bewertungen und der grossen Vorfreude habe ich ehrlich mehr erwartet. Die Protagonistin nervte mich mir ihrer Naivität und ihrem “Ich hasse/liebe Dylan” Gequatsche. Ich kann zwar verstehen, wieso man das Buch mag, da es mal nicht ein Vampir oder Werwolf, sondern Banshees und Feen sind. Ich fand das Buch recht enttäuschend, aber nicht so schlimm um es in der Luft zu verreissen. Obwohl ich Plötzlich Banshee nichts für mich war, kann man es durchaus lesen. Man sollte allerdings nichts gegegn Elfen, Feen und Banshees haben, sonst wird das Buch sehr anstrengend.

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Written by Julia

    7 Kommentare

  1. alexsbuecherwahnsinn April 5, 2017 at 9:12 pm Antworten

    Naben liebe Julia,

    Ich hab das Buch damals als Reziex. zugeschickt bekommen, aber auch ich konnte den Hype nicht wirklich verstehen. Finde die Geschichte und der Schreibstil hat viel Luft nach oben.

    Auch ich hatte total mühe mit Alana. Echt, ihr Wortschatz ist nicht grade gross und altersgerecht auch nicht wirklich. Auch wie sie mit ihrem angeblich besten Freund umging, geht gar nicht. Und mir wars viel zu viel geschmachtet.

    Kann also eine bedanken dazu sehr gut nachvollziehen.

    Liebe Grüsse
    Alexandra

    • Julia April 6, 2017 at 7:02 pm Antworten

      Hey Alexandra!
      Die Geschichte hätte wirklich Potenzial, aber die Umsetzung fand ich nicht wirklich gelungen. Alanas Wortschatz liess auch wirklich zu wünschen übrig. Was Rumgeschmachte mit ihrem Traummann fand ich viel zu übertrieben. Das hält doch kein Mensch aus! 🙂
      Liebste Grüsse
      Julia

      • alexsbuecherwahnsinn April 6, 2017 at 9:11 pm Antworten

        😄 Ja, das fand ich wirklich übertrieben. Ich dachte ja erst das liegt an meinem Alter 🙈
        Na ja, mal sehen, vielleicht wird die Autorin ja noch mal ein Buch schreiben das mich neugierig macht, wenn wenn ja, dann werd ich ihr vielleicht auch noch mal ne Chance geben.

        Liebe Grüsse und schönen Abend 🌙
        Alexandra

  2. Rosa September 18, 2016 at 8:24 am Antworten

    Liebe Julia,

    ich bin durch #litnetzwerk auf deinen Blog aufmerksam geworden. Er gefällt mir sehr – dein Header ist übrigens toll.

    Deine Rezension mag ich ebenfalls: Sie ist authentisch und ehrlich. Mit “Plötzlich Banshee” liebäugele ich schon eine ganze Weile, konnte mich aber bisher nicht dazu durchringen, es zu kaufen. Ich habe viele positive, aber auch einige Negativrezensionen gelesen. Also mache ich das, was ich in dieser Situation immer mache: Ich lade mir eine Leseprobe herunter: Mal schauen, ob sie mir gefällt…

    Liebe Grüße

    Rosa

    • Julia September 18, 2016 at 9:45 am Antworten

      Liebe Rosa
      Schön dass du meinen Blog besuchst! 🙂
      Die Meinungen zu Plötzlich Banshee gehen wirklich auseinander. Mein Geschmack traf es nicht, aber vielleicht gefällt es dir. Die Idee mit der Leseprobe ist eine gute Idee, die sollte ich mir ebenfalls zu Herzen nehmen.
      Viele Grüsse
      Julia

  3. Leana September 16, 2016 at 11:08 am Antworten

    Okay, nachdem ich so viele positiven Rezensionen über das Buch gelesen habe, bin ich schon sehr erstaunt, dass es dir nicht gefallen hat.
    Ich habe das Buch (noch) nicht gelesen, aber ich werde mir es wohl auch erstmal nicht kaufen, sondern später mal ausleihen oder so.

    • Julia September 17, 2016 at 3:54 pm Antworten

      Hallo Leana
      Ehrlich gesagt war ich selbst sehr erstaunt darüber 😀 Allerdings habe ich auf Twitter auch eher negative Rückmeldungen erhalten. Gib dem Buch eine Chance und leih es bei irgendjemanden aus, vielleicht gefällt es dir 🙂

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