Nachdem ich „Love and Confess“ gelesen hatte und hell begeistert war, wie ihr hier nachlesen könnt, kaufte ich mir sofort „Maybe Someday“. Leider fand ich dieses Buch eher nervig und es triefte nur so vor Kitsch und Liebesgesülze.


Klappentext

Das Letzte, was Sydney will, als sie bei dem attraktiven Gitarristen Ridge einzieht, ist, sich in ihn zu verlieben. Zu frisch ist die Wunde, die ihr Ex hinterlassen hat. Und auch Ridge hat gute Gründe, seine neue Mitbewohnerin nicht zu nah an sich ranzulassen, denn er hat seit Jahren eine feste Freundin: Maggie – hübsch, sympathisch, klug, witzig. Und dann passiert es doch. Als Sydney beginnt, Ridge beim Songschreiben zu helfen, kommen sie sich näher als erwartet. Auch wenn beide die Stopptaste drücken, bevor wirklich etwas passiert, können sie nichts gegen die immer intensivere Anziehung ausrichten, die sie zu unterdrücken versuchen – vergeblich.

Kurz-Info

• Autor: Colleen Hoover
• Verlag: dtv
• Seiten: 427
• Genre: Liebesroman


zur Story

Sydney hat sich gerade von ihrem Freund Hunter getrennt, als sie zu Ridge in die WG zieht. Dort beginnt das Schlamassel und Chaos, das ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Sie entwickelt sehr schnell Gefühle für Ridge und auch sie lässt ihn nicht kalt. Das Problem: Er hat eine Freundin, seit fünf Jahren. Die einzig logische Lösung wäre also, dass Sydney ausziehen würde. Sobald man sich in seinen Mitbewohner, der bereits in einer festen Beziehung ist, verliebt, ist es der Zeitpunkt auf Nimmerwiedersehen zu sagen. Oder seht ihr das etwa anders? Vielleicht bin ich da ein Moralapostel, aber es ist zu offensichtlich, dass es schief gehen wird.

Sydney konnte ich zu Beginn sehr gut nachvollziehen und sie war mir durchaus sympathisch, aber das stellte sich ganz schnell um. Als sie und Ridge merken, dass sich irgendwelche Gefühle anbahnen, ziehen sie die Notbremse und reden vernünftig darüber. Sydney will nicht zu jemandem werden, der eine Beziehung zerstört. Vor allem da ihre beste Freundin mit ihrem Ex geschlafen hat, als die beiden noch zusammen waren. Nein, das war übrigens kein Spoiler, da man es auf der ersten Seite erfährt 😀
Sydney musste am eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt betrogen und hintergangen zu werden. Und was macht sie mir ihrem heissen Mitbewohner, der auch noch Gitarre spielen kann und eine Freundin hat? Na was wohl. Argh.

Die Geschichte trieft nur vor Liebe und Drama. Colleen Hoover wollte eine tragische Liebesgeschichte erschaffen und hat es dabei mächtig übertrieben. Kleine Details machten das ganze unglaubwürdig und nicht nachvollziehbar. Es gab auch noch eine andere Tatsache, die mich sehr an der Geschichte störte, aber das wäre ein Spoiler und deshalb halte ich wiederwillens meinen Mund.

Charaktere

Sydney war mir zu Beginn recht sympathisch. Leider änderte sich das mit jeder Seite. Sie hat gerade eine schwierige Beziehung hinter sich und verliebt sich gleich in ihren Nachbarn. Ich weiss, man kann sich nicht aussuchen in wen und wann man sich verliebt, aber das erschien mir dann doch sehr sprunghaft. Ausserdem merkt man sofort, dass ihre Gefühle für Ridge stärker sind als sie glaubt. Aber ausziehen? Niemals. Daran denkt sie nicht einmal, obwohl sie genau weiss, das Ridge eine Freundin hat. Wenn man Gefühle für seinen vergebenen Mitbewohner entwickelt und es kaum in seiner Nähe aushält, ohne über ihn herzufallen, ist ein Auszug schon empfehlenswert. Oder sehe nur ich das so?

Auch Ridge schien mir irgendwie zu traumhaft zu sein, ein wandelndes Klischee. Er ist gutaussehend, mitfühlend, loyal, liebt seine Freundin über alles und ist noch allen Übels Musiker. Eigentlich finde ich solche Klischees nicht wirklich schlimm, wenn man sie nicht so offen platziert und so dick aufträgt. Trotz seiner grossen Liebe mit Maggie verliebt er sich in Sydney. Soviel zur Loyalität.

Schreibstil

Zu den positiven Dingen: Ich liebe den Schreibstil von Colleen Hoover. Wie schon „Love and Confess“ ist auch dieses Buch ein Page-Turner und auch wenn die Handlung nicht allzu spannend erscheint, will man trotzdem weiter lesen. Leider überspannt sie manchmal den Bogen und es ist zu theatralisch. Eine Liebesgeschichte kann auch süss und romantisch sein, ohne das ganze Drama und den zusätzlichen dramatischen Effekten (tödliche Erkrankung, schwerer Unfall, schlimme Kindheit, Dorgenabhängigkeit, Gefängnisaufenthalt etc.) Und nein, das waren auch nur Beispiele und spoilert euch nicht wirklich etwas vom Buch, denn Colleen Hoover ist berühmt für ihre Plottwists und tragischen Geschichten. Ich nehme an, solche Elemente lassen sich in jeder ihren Bücher finden.

Fazit

„Maybe Someday“ ist ein schönes Buch für zwischendurch, aber die Charaktere waren mir unsympathisch und das Buch triefte nur vor Liebeskitsch. Nicht das ich was dagegen hätte, aber die letzten zehn Seiten las ich nicht einmal mehr, weil das Buch dann eigentlich schon zu Ende war, aber noch mehr Liebesdrama eingefügt werden musste. Deshalb gebe ich diesem Buch 2.5 von 5 Punkten.

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Written by Julia

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