Und wieder so ein Buch, von dem alle reden. Viele Bücherblogger loben „Zorn und Morgenröte“ von Renée Ahdieh in den höchsten Tönen. Meine Erwartungen waren leider viel zu hoch. Das Cover sieht wunderschön aus und auch der Klappentext war vielversprechend. Doch genau dieses in den Himmel gelobte Buch gefiel mir schlichtweg nicht. Leider.

Klappentext

Jeden Tag erwählt Chalid, der grausame Herrscher von Chorasan, ein Mädchen. Jeden Abend nimmt er sie zur Frau. Jeden Morgen lässt er sie hinrichten. Bis Shahrzad auftaucht, die eine, die um jeden Preis überleben will. Sie stehen auf verschiedenen Seiten und könnten unterschiedlicher nicht sein … Und doch werden sie magisch voneinander angezogen.

Zur Story

Die Geschichte stellte ich mir um einiges spannender vor, als sie schlussendlich war. Ich dachte, Shahrzad erzählt eine völlig neue, tiefgründige, lebensbewegende Geschichte um den Kalifen zu überzeugen. Allerdings war sie recht „gewöhnlich“ und ich konnte nicht nachvollziehen, wieso Chalid Shahrzad einen Tag Aufschub gewährte. Ein Mann, der zuvor dutzende Mädchen hinrichten liess, gewährt einen Aufschub wegen einer Geschichte? Nun gut, es steckt zwar ein wenig mehr Gefühl dahinter, aber das Prinzip verstand ich trotzdem nicht ganz.

Ich erwartete auch ganze Mordkomplotte gegen den Kalifen, ausgeklügelte Pläne mit viel Witz und Kreativität. Aber Shahrzad ist im Grunde genommen einfach planlos, wie sie sich rächen will. Es mutiert wirklich zu einer Liebesgeschichte, und das hatte ich so nicht erwartet. Shahrzad erfährt erst am Ende des Buches, was hinter den Hinrichtungen der Mädchen steckt, jedoch ist sie schon dort gnadenlos ist Chalid verliebt. Genau dieser Punkt störte mich wohl am meisten. Ihr Hass auf den Mörder ihrer besten Freundin ist viel zu schnell verpufft.

Schreibstil

Ich bevorzuge Bücher aus der „Ich“-Perspektive, womöglich hatte ich deshalb Schwierigkeiten, mich in das Buch einzulesen. Die Geschichte wird aus einer Erzählerperspektive erzählt und der Fokus liegt bei Chalid und Shahrzad. Nach einigen Kapiteln gewöhnte ich mich jedoch an den Schreibstil von Renée Ahdieh. Dann begann das Buch mir Spass zu machen, doch meiner Meinung nach hätte die Geschichte besser aus der Perspektive von Shahrzad funktioniert.

Charaktere

Shahrzad ist erst 16 Jahre alt und Chalid ist nur zwei Jahre älter. Die Charaktere hätten ruhig ein paar Jahre älter sein dürfen, denn Shahrzad kommt nicht wie eine 16-jährige Teenagerin rüber. Sie ist taff, hat ein grosses Mundwerk, ist eine gute Bogenschützin und sie ist rachelustig. Versteht mich nicht falsch, natürlich können 16-jährige Mädchen auch dazu im Stande sein, jedoch stellte ich mir Shahrzad und alle anderen Charaktere immer um ein paar Jahre älter vor. Shahrzad empfand ich zunächst als sympathisch, doch umso mehr ich von ihr las, desto arroganter fand ich sie. Sie ist sich ihrer Position ganz sicher und kommandiert nach Herzenslaune Gardisten herum und betont nur zu gerne, dass sie die Frau des Kalifen ist. Obwohl die Wortgefechte jeweils recht amüsant sind, nervte ich mich oft an ihrer Überheblichkeit. Ich fragte mich immer wieder, ob sie sich überhaupt bewusst ist, dass sie jeden Moment hingerichtet werden konnte.

Normalerweise finde ich immer einen anderen Charakter, der das Buch liebenswürdig macht und mein Liebling wird. Ein Charakter, den man sofort lieb gewinnt und man nicht mehr hergeben möchte. Jedoch fehlte mir genau dieser Charakter. Obwohl Renée Ahdieh wohl die Magd von Shahrzad für diese Rolle vorherbestimmt hatte, mochte ich sie ebenfalls nicht. Obwohl ich ihre Unterhaltungen mit Shahrzad am meisten genoss von dem Buch.

Fazit

Nachdem ich nur positive Rezensionen zu „Zorn und Morgenröte“ gelesen hatte, ging ich mit viel zu hohen Erwartungen an das Buch heran. Die Geschichte ist gegen Ende hin spannender und an den Schreibstil gewöhnte ich mich auch, jedoch wurde ich mit Shahrzad nie richtig warm. Die restlichen Charaktere, waren mir unsympathisch und nicht authentisch. Deshalb vergebe ich nur 2 von 5 Punkten. Die Fortsetzung werde ich mir nicht kaufen, da mich dieser Band nicht überzeugt hat,
Vielleicht habe ich das Buch einfach zum falschen Zeitpunkt mit viel zu hohen Erwartungen gelesen und deshalb fällt meine Meinung darüber so schlecht aus. Für mich war das Buch leider ein Fehlgriff.

Habt ihr das Buch auch schon gelesen? Hat es eure Erwartungen erfüllt?

 

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Written by Julia

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